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Freitag, 13. März 2009 um 07:24 Uhr |
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Bilder, Polke
Ein dreiviertel Jahr lang wird sein in den 70er Jahren entstandenes Ensemble «Wir Kleinbürger - Zeitgenossen und Zeitgenossinnen» in der Galerie der Gegenwart zu sehen sein. In drei aufeinanderfolgenden, sich ergänzenden Wechselausstellungen mit Akzenten auf «Clique», «Pop» und «Politik» sollen sich dabei immer neue Zusammenhänge erschließen, sagte Kuratorin Dorothee Böhm am Donnerstag in Hamburg. Auch solle die ungewöhnlich lange Laufzeit im schnelllebigen Ausstellungsbetrieb der Museen ein Signal zur Entschleunigung setzen.
Im Mittelpunkt der Bilderschau des 68-jährigen Künstlers stehe eine fast vergessene, erst kürzlich wieder zusammengeführte Werkgruppe aus den Jahren 1974-1976 mit extrem großformatigen Arbeiten auf Papier, betonte Kurator Dietmar Rübel. Entstanden sei ein Panorama von Kunst und Alltag der durch Hippie-Kultur, Frauenbewegung und Terrorismus geprägten BRD. Dabei gehe es um Fluchten aus dem Alltag durch Drogen oder Sex, ebenso wie um Konsumrausch und Konsumterror, zum Beispiel auf Polkes Bild «Supermarkets». Andere Bilder seien wahre «Anleitungen zum Drogenkonsum und zum Bombenbauen», sagte Rübel.
Ausgehend von der «Kleinbürger»-Serie gewähre die Ausstellung erstmals Einblicke in die gesamte, bislang von der Kunstgeschichte vernachlässigten künstlerischen Produktion Polkes in den 70er Jahren. «Film und Photographie ebenso wie Zeichnungen und Malerei führen in Verbindung mit dokumentarischen Materialien und Bildvorlagen nicht nur die mediale Bandbreite seines Schaffens vor Augen, sondern zeigen einen völlig neuen, da lange unbeachteten Sigmar Polke zwischen Sex, Drugs und Rock'n Roll», wirbt die Kunsthalle für die Bilder-Schau, die bis zum 31. Januar 2010 läuft.
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