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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Kunst & Kultur

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Die Chronistin der Zeit - Künstlerin Hanne Darboven mit 67 gestorben PDF Drucken E-Mail
Samstag, 14. März 2009 um 10:36 Uhr

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Darboven, Hamburg, Künstlerin


Die Hamburgerin starb bereits am Montag in Rönneburg bei Hamburg im Alter von 67 Jahren, bestätigte die Hamburger Kunsthalle am Freitag einen Bericht des «Hamburger Abendblatts». Darboven, Cousine von Albert Darboven, entstammte einer namhaften Hamburger Kaufmannsfamilie. Nach ihrem Studium in Hamburg setzte sie ihre Ausbildung 1966 in New York fort. Beeinflusst von Künstlern der Minimal Art, fand sie früh zu einer eigenen Ausdrucksform. Bekannt wurde sie durch ihre Schreibzeichnungen, die auf Zahlenoperationen, Ausschreibungen von Ziffern, sowie rhythmischen Linien und Durchstreichungen beruhen.

«Hanne Darboven ist eine der weltweit wichtigsten Konzeptkünstlerinnen. Auf jeden Fall die wichtigste Deutsche», sagte der Präsident der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Martin Köttering, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. 1972 war die eigenwillige Künstlerin mit dem prägnanten Kurzhaarschnitt zum ersten Mal auf der Documenta vertreten, 1982 vertrat sie Deutschland auf der Biennale in Venedig. Zahlreiche Museen weltweit zeigen ihre radikalen Arbeiten. 2002 auf der Documenta 11 gestaltete Darboven auf drei Geschossen die Wände im Fridericianum mit holzgerahmten Blättern im A4-Format, die über und über mit Zahlenfolgen beschrieben waren.

An der Hochschule für Bildende Künste ihrer Heimatstadt hatte Darboven von 1962 bis 1965 studiert und dabei gelernt, traditionelle Vorstellungen von einem Bild hinter sich zu lassen, da bereits «alles gemalt ist». Auf der Suche nach Ureigenem knüpfte Darboven in New York Kontakte zu experimentellen Kreativen wie Sol LeWitt und Carl André sowie zum Avantgarde-Galeristen Leo Castelli. «Ich verweigere Ausdrucksformen, ich vermittle streng formalistisch», sagte die Künstlerin einmal, die mit Zahlenadditionen nach Kalenderdaten begann, später aber auch Gedichte, philosophische Betrachtungen, alte Postkarten und sogar Gegenstände in ihre Werke aufnahm.

«Es geht Hanne Darboven um die Strukturierung von verrinnender Zeit und Erinnerung», sagte Christoph Heinrich, ehemaliger Kustos an der Hamburger Kunsthalle, in deren Archiv das Frühwerk lagert. «An feinsten Veränderungen der Zeichen-Struktur lässt sich Vergänglichkeit ablesen.» Die extrem öffentlichkeitsscheue Künstlerin lebte distanziert am Rande von Hamburg-Harburg auf einem uralten Anwesen ihrer Familie, die im Kaffeehandel Bedeutung errang. In dieses Haus war Darboven, die in sehr bestimmtem Ton sprach und gern eine Weste mit Dutzenden von Buttons trug, nach prägenden Jahren in Paris und New York 1969 zurückgekehrt.


Grande Dame der Konzept-Kunst: Hanne Darboven und das Phänomen Zeit
Von Carola Große-Wilde, dpa

Hamburg (dpa/lno) - Die Zeit ist ihr Thema - genauer gesagt der Lauf der Zeit. Die Künstlerin Hanne Darboven, die am Montag im Alter von 67 Jahren starb, versuchte, ihn räumlich fassbar zu machen. Sie schrieb unablässig und übersetzte dabei gelebte Zeit in geschriebene. Was dabei herauskam, sind endlose Kolonnen aus Zahlen und Buchstaben, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Ein ganzes Jahrhundert wanderte in Form von an- und abschwellenden Zahlenreihen über hunderte, tausende, abertausende Papierbögen - später kamen Auszüge aus Texten und Bilder dazu. Die haben das Werk von Deutschlands führender Vertreterin der Konzeptkunst aber nicht zugänglicher gemacht, eher neue Rätsel aufgegeben.

Das Werk der Künstlerin Hanne Darboven ist schwer zugänglich und doch international berühmt. Sie lebte zurückgezogen im Süden Hamburgs und war zugleich ein arrivierter Star der Kunstszene. Auf der documenta in Kassel war sie gleich mehrmals vertreten: 1972, noch am Beginn ihrer Karriere und 30 Jahre später, 2002, taucht sie auf der Documenta 11 wieder auf: Die Ausstellungsmacher präsentierten die ganze Bandbreite ihres Schaffens. Zu sehen waren ihre Bücher («Wunschkonzert», 1983), ihre Filme von 1969, eine Rauminstallation («Opus 45», Kontrabasssolo, 1998-2000); vertreten war mit einer konzertanten Aufführung auch ihre Musik («Opus 44», Sextett für Streicher, 1998/99).

Als sie 25 Jahre alt ist, erkennt Hanne Darboven für sich, «dass alles bereits gemalt ist». Mit Pinsel und Farbe kommt sie nicht mehr voran. Ihre Lehrer an der Hamburger Hochschule für bildende Künste wissen nicht, wohin mit den Ambitionen der jungen Frau, die aus einer wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie stammt. 1966 bricht sie nach New York auf. Dort lernt die zierliche Frau mit dem burschikosen Kurzhaarschnitt die experimentellen Arbeiten von Künstlern wie Sol
LeWitt und John Cage kennen. Buchstaben und Zahlen, deren Quersummen, Kalender und immer wieder Zahlenreihen bestimmten seitdem ihr Schaffen.

Die internationale Anerkennung kam früh. Der New Yorker Galerist Leo Castelli förderte sie, schon 1970 waren ihre Arbeiten im Museum of Modern Art in New York zu sehen. 1982 vertrat Hanne Darboven Deutschland auf der Kunstbiennale in Venedig. 1994 erhielt sie in Hamburg den angesehenen Lichtwark-Preis. Neben Kompositionen, die ihren streng seriellen Charakter mit dem künstlerischen Werk gemeinsam haben, näherte sich Darboven später auch politischen und historischen Themen. «Kinder dieser Welt» in der Stuttgarter Staatsgalerie kombinierte 1997 ein typisches Darboven-Werk aus 222 Büchern und 2202 Partituren mit Spielzeug, Puppen und Kasperlefiguren - späte Reaktion der Künstlerin auf den Fall der Mauer.

Seit Hanne Darboven 1969 wieder nach Hamburg zurückkam, lebte sie zurückgezogen in einem Gutshaus der Familie im Süden der Stadt. Ihr Leben folgte einem immer gleichen Rhythmus: Jeden Morgen gegen fünf Uhr stand sie auf, bis elf Uhr arbeitete sie. Zwischen zwölf und eins gab es Essen, bis 16 Uhr wurde Organisatorisches erledigt. Danach: Privatleben. Nur eine Stunde, zwischen elf und zwölf stand sie für irgendwelche Art Öffentlichkeit zur Verfügung. Kurioses aus aller Welt wie historische Globen, ausgestopfte Tiere, Porzellanköpfe von Clark Gable und Elvis Presley füllten das Haus, berichten Besucher. Und doch wusste Hanne Darboven genau, wo was steht. Sie hat den Dingen ihre eigene Ordnung gegeben.



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