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Montag, 23. März 2009 um 21:14 Uhr |
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Frucht, Krisenzeiten, Kulturbereich
Mit diesen Worten charakterisierte der Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, Stephan Frucht, die bisherigen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Kultursponsoring in Deutschland. Der Grundsatz «Pacta sunt servanda» (Verträge sind einzuhalten) sei selbst in Krisenzeiten ein beständiges Prinzip, allerdings könnte die Förderung für neue Kulturprojekte durch die angespannte Finanzlage tatsächlich erschwert werden, sagte Frucht am Montag in Berlin.
So werde voraussichtlich der Legitimationsdruck für Kulturförderung insbesondere bei börsennotierten Firmen steigen. Das bedeute, «freigiebiges Mäzenatentum wird zurückgehen, da jegliches Investment, darunter auch das in Kultur, stärker auf seinen Nutzen für das Unternehmen hin überprüft werden wird». Absehbar sei schon jetzt, dass privatrechtlich, kapitalgestützte Stiftungen schon allein durch die sinkenden Zinssätze und geringere Dividenden in Mitleidenschaft gezogen werden. Die echten Auswirkungen der Finanzkrise würden allerdings im Kulturbereich erst nach einer gewissen Dauer zu spüren sein.
Ein weiterer Grundsatz gilt laut Frucht in Krisenzeiten genauso wie in konjunkturell starken Zeiten: «Unternehmen wollen fördern. Sie wollen aber nicht dort einspringen, wo sich die öffentliche Hand zurückzieht.» Michael Roßnagl vom Arbeitskreis Kultursponsoring hatte dazu kürzlich in einer Anhörung des Bundestagskulturausschusses die Befürchtung geäußert, dass langfristig sowohl der privatwirtschaftliche als auch der öffentlich finanzierte Kulturbereich von einer Reduzierung betroffen sein werden. Derzeitige immense Vorfinanzierungen im Rahmen der Konjunkturpakete müssten schließlich auf lange Sicht von den Ländern und Kommunen refinanziert werden, was unvermeidlich zu Kürzungen in allen Etats führen werde.
(Internet: www.kulturkreis.eu)
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