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Berlin, Grosz, Jentsch
Berlin/Bremen (dpa/lni) - Ralph Jentsch, Nachlassverwalter des Malers George Grosz (1893-1959), hat verschiedene Museen wie die Bremer Kunsthalle und das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) erneut öffentlich aufgefordert, Grosz-Bilder an die Erben des Malers zurückzugeben. Sie seien nach der Vertreibung des Expressionisten und Dadaisten Grosz durch die Nationalsozialisten aus Berlin widerrechtlich in deren Besitz gelangt, betonte Jentsch am Dienstag im Kulturradio des rbb. Grosz habe seine Werke zwar vor der Flucht seinem Kunsthändler Alfred Flechtheim in Kommission gegeben, sein Eigentum an ihnen jedoch nie verloren.
Es gebe neue Dokumente, die das eindeutig belegten und das betreffe ganz konkret auch zwei Bilder in der Bremer Kunsthalle, betonte Jentsch. Ihr Direktor Wulf Herzogenrath bezweifelt die Seriösität der Forderungen und meinte im Deutschlandradio Kultur, wenn es neue Informationen über die Bilder gebe, würde die Kunsthalle sie gerne erfahren. Jentsch kündigte unterdessen am Dienstag an, man werde Bremen aufgrund der neugefundenen Dokumente «noch mal ganz höflich» mit Hilfe eines Anwalts um die Rückgabe bitten. Private Sammler seien wesentlich kooperativer und erhielten bei Rückgabe von Bildern auch einen «Finderlohn».
Jentsch plant auch die Einrichtung eines Grosz-Museums in Berlin oder in einer anderen Stadt. «Wir werden das Museum dort realisieren, wo das beste Angebot dafür gemacht wird. Ich bin der designierte Direktor dieses zukünftigen Museums und es wird meine Entscheidung sein, wo das stattfindet. Wenn das beste Angebot aus Berlin kommt, machen wir es in Berlin und wenn es aus Rom oder New York kommt dann machen wir es dort.» Es werde auf jeden Fall ein Grosz-Museum geben. Es bestehe Einigkeit mit den in den USA lebenden Erben darüber, die Bilder, die zurückgegeben werden, in diese zukünftige Sammlung des Grosz-Museums zu geben, «sie werden nicht auf den Markt kommen».
Laut «Spiegel» gibt es weltweit keine Kunstsammlung, in der mehr als zwei Werke des Berliner Malers hängen. Im New Yorker MoMA, das sich als rechtmäßiger Eigentümer sieht, hängt das «Bildnis des Dichters Max Hermann-Neisse» von 1927. «Modern Museum stellte ein mir gestohlenes Bild aus (bin machtlos dagegen). Sie habens von jemand gekauft, ders gestohlen», meinte Grosz dazu einmal in einem Brief an seinen Schwager in Berlin. Dem «Spiegel»-Bericht zufolge beschlagnahmten die Nazis im Zuge ihrer Kampagne «Entartete Kunst» allein in Museen 285 Grosz-Werke, die sie verkaufen ließen oder größtenteils verbrannten.
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