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Marc, Macke, Delaunay Die Schau ist von diesem Sonntag an bis zum 19. Juli zu sehen. Unter dem Titel «Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt» konzentriert sie sich auf die Jahre 1910 bis 1914, in denen Marc seine berühmten farbigen Tiere und Macke seine typischen Straßenszenen schuf. «Der Franzose Delaunay hat die jungen Deutschen in die Abstraktion geführt», sagte Museumsdirektor Ulrich Krempel am Donnerstag. Die Ausstellung mit 190 Werken von 50 internationalen Leihgebern soll 100 000 Besucher anlocken.
In den Aufbruchsjahren vor dem Ersten Weltkrieg experimentierten Künstler europaweit mit Farben, Licht und neuen Bildkompositionen. Der kubistische Maler Delaunay (1885-1941) wählte immer wieder den Eiffelturm als Motiv. In Bilderserien wie «Fenêtres» (Fenster) erprobte er Zersplitterung und Fragmentierung. Delaunay werde in Deutschland recht selten gezeigt, erläuterte Kuratorin Susanne Meyer- Büser. «Er ist für das deutsche Publikum noch zu entdecken.»
Obwohl sie sich nur zweimal persönlich begegneten, entwickelte sich zwischen den drei Künstlern ein reger Austausch. Marc und Macke ließen sich sowohl von den Zersplitterungen des Franzosen als auch von seinen Kreisformen inspirieren. Mit der «zerbrechenden Welt» im Ausstellungstitel ist jedoch weit mehr als die Bildkomposition gemeint. Der Erste Weltkrieg bereitete dem Aufbruch und Austausch europäischer Avantgarde-Künstler ein jähes Ende. Marc und Macke kamen als junge Männer im Kampf gegen Frankreich auf dem Schlachtfeld ums Leben. Ihre letzten düsteren Werke, die den Abschluss der Schau bilden, sind Vorahnungen der Katastrophe.
(Internet: www.marc-macke-delaunay.de)
Daten und Fakten zur «Marc, Macke und Delaunay»-Schau Hannover (dpa/lni) - Die «Marc, Macke und Delaunay»-Ausstellung ist vom 29. März bis zum 19. Juli dienstags bis donnerstags sowie sonntags von 10 bis 20 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Die Tickets kosten an Wochentagen 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, an Wochenenden und Feiertagen 12 Euro (ermäßigt 9). Familienkarten sind für 25 Euro erhältlich. Zu der Schau gibt es ein umfangreiches Beiprogramm mit Führungen und speziellen Angeboten für Kinder.
Im DuMont Buchverlag ist zudem ein umfangreicher Katalog erschienen: «Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910-1914)», hrg. von Susanne Meyer-Büser (ISBN der Museumsausgabe: 978-3-89169-207-3), 29 Euro (Museumspreis). Parallel läuft die Schau: «Meisterwerke des Expressionismus auf Papier aus der Sammlung des Sprengel Museums Hannover».
(Internet: www.marc-macke-delaunay.de)
Wichtige Lebensdaten der drei Künstlerfreunde Hannover (dpa/lni) - Franz Marc, August Macke und Robert Delaunay tauschten sich vor allem über Briefe aus, persönlich trafen sie sich zu dritt nur zweimal: 1912 in Delaunays Atelier in Paris und 1913 bei der Eröffnung des «Ersten Deutschen Herbstsalons» in der Berliner Galerie «Der Sturm». Bei der größten Galeristenausstellung der neuen europäischen Kunst erregten Delaunays «Formes Circulaires» (farbige Kreisformen) großes Aufsehen. Eine wichtige Mittlerin zwischen den drei Avantgarde-Künstlern war Delaunays russische Frau Sonia, die Deutsch sprach. In der Schau in Hannover ist der lange unterschätzten Künstlerin Sonia Delaunay ein eigener Raum gewidmet.
Franz Marc wurde 1880 in München geboren. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky gründete er Ende 1911 die Künstlergruppe «Der Blaue Reiter». In seiner kurzen, intensiven Hauptschaffensphase wählte er das Tier als Leitmotiv. 1916 wurde er nahe Verdun durch Granatsplitter getötet.
August Macke wurde 1887 in Meschede im Sauerland geboren und zog wenig später nach Bonn um. Von 1910 an verband ihn eine intensive Freundschaft mit Marc, wobei es auch zu Spannungen kam. Während Macke Delaunay uneingeschränkt bewunderte, war das Verhältnis zwischen Marc und dem Franzosen auch von gegenseitiger Kritik geprägt. Macke starb sechs Wochen nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs an der Front.
Robert Delaunay, geboren 1885 in Paris, hat die künstlerische Avantgarde seiner Zeit geprägt und sehr früh den Weg in die Abstraktion gefunden. Guillaume Apollinaire prägte für seine Malerei, bei der das Licht selbst bildnerische Qualität gewinnt, sogar einen eigenen Begriff: «Orphismus». 1914 ließ er sich mit seiner Familie in Madrid nieder und blieb sieben Jahre in Spanien und Portugal. 1941 starb Delaunay in Montpellier.
Schönheit der zerbrechenden Welt: Marc, Macke, Delaunay in Hannover Von Christina Sticht, dpa
Hannover (dpa/lni) - Die berühmten blauen Pferde Franz Marcs, August Mackes Flaneure im Park und Robert Delaunays imposante Eiffelturm-Ansichten: 190 Meisterwerke der Klassischen Moderne konnte das Sprengel Museum Hannover für die bisher aufwendigste Ausstellung seiner Geschichte gewinnen. Die Schau «Marc, Macke und Delaunay. Schönheit einer zerbrechenden Welt» entführt von diesem Sonntag an in die künstlerischen Aufbruchs-Jahre 1910 bis 1914, als die populären deutschen Expressionisten ihr Lebenswerk schufen, bevor sie als Soldaten im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen.
In Deutschland bisher wenig bekannt ist, dass Delaunay den Künstlerfreunden Marc und Macke entscheidende Impulse gab. Die Schau zeichnet eindrucksvoll den Einfluss des Franzosen nach. «Er hat die jungen Deutschen in die Abstraktion geführt», erklärt Museumsdirektor Ulrich Krempel. In zwölf Räumen hängen die farbintensiven Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle, wobei sich trotz höchst unterschiedlicher Motivwahl immer wieder verblüffende Parallelen in den Werken der drei Künstler auftun.
Franz Marcs traumhafte Bilder ziehen den Betrachter in eine von farbigen Rehen, Pferden, Vögeln und anderem Getier bevölkerte Welt hinein. «Es sind Sehnsuchtsbilder für eine harmonische Einheit von Mensch, Natur, Weltall», sagt Krempel. Macke dagegen hält zunächst vor allem seine bürgerliche Umgebung fest: Gepflegte Gärten, Damen vor Schaufenstern, Spaziergänger. «Vor ihrer Begegnung mit Delaunay malten beide ziemlich brav», erläutert Kuratorin Susanne Meyer-Büser, die 50 internationale Leihgeber von ihrem Ausstellungskonzept überzeugen konnte und Schlüsselwerke aus renommierten Museen erhielt.
So sind Bilder aus Delaunays Serie «Fenêtres» (Fenster) zu sehen, in denen die durch eine Fensterscheibe betrachtete Stadt Paris in Spiegelungen und Brechungen nahezu verschwindet. Marc und Macke waren tief beeindruckt, als Delaunay ihnen diese neue Arbeit 1912 in seinem Atelier zeigte. Sie brachte die beiden Deutschen dazu, auch ihre Bilder zersplittern zu lassen. Als der Pariser später Kreisformen erprobte, folgten ihm Marc und Macke ebenfalls prompt. Der Weltmann aus der Stadt der Künste gab eben die Richtung vor. Ihn interessierte Architektur, das Monumentale, zudem faszinierte ihn der Fortschritt der Technik. Der wolkenumhangene Eiffelturm scheint in seinen dynamischen Bildern zu wanken, er wird zum Naturereignis. «Delaunay denkt groß, um Dinge zu dekonstruieren», sagt die Kuratorin.
Mit der «zerbrechenden Welt» im Ausstellungstitel ist allerdings weit mehr als die Bildkomposition gemeint. Im Abschluss-Raum der Schau hängen die «letzten Bilder». Während Delaunay sich dem Krieg durch seinen Umzug nach Spanien entzog und fortan immer plakativer, auch gefälliger malte, meldeten sich Marc und Macke für die Front. Sie scheinen das Grauen geahnt zu haben. Aus Marcs prallen Pferdeleibern werden 1913 ausgemergelte Kreaturen. Sein Bild «Die Wölfe. Balkankrieg» veranschaulicht, dass der Münchner die drohende Katastrophe spürte. Bei Mackes unvollendet gebliebenem Gemälde «Abschied: "Mobilmachung"» (1914) mit düsteren, gesichtslosen Frauen und Kindern bekommt der Betrachter beinahe Gänsehaut.
(Internet: www.marc-macke-delaunay.de)
Marc, Macke, Delaunay
Die Schau ist von diesem Sonntag an bis zum 19. Juli zu sehen. Unter dem Titel «Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt» konzentriert sie sich auf die Jahre 1910 bis 1914, in denen Marc seine berühmten farbigen Tiere und Macke seine typischen Straßenszenen schuf. «Der Franzose Delaunay hat die jungen Deutschen in die Abstraktion geführt», sagte Museumsdirektor Ulrich Krempel am Donnerstag. Die Ausstellung mit 190 Werken von 50 internationalen Leihgebern soll 100 000 Besucher anlocken.
In den Aufbruchsjahren vor dem Ersten Weltkrieg experimentierten Künstler europaweit mit Farben, Licht und neuen Bildkompositionen. Der kubistische Maler Delaunay (1885-1941) wählte immer wieder den Eiffelturm als Motiv. In Bilderserien wie «Fenêtres» (Fenster) erprobte er Zersplitterung und Fragmentierung. Delaunay werde in Deutschland recht selten gezeigt, erläuterte Kuratorin Susanne Meyer- Büser. «Er ist für das deutsche Publikum noch zu entdecken.»
Obwohl sie sich nur zweimal persönlich begegneten, entwickelte sich zwischen den drei Künstlern ein reger Austausch. Marc und Macke ließen sich sowohl von den Zersplitterungen des Franzosen als auch von seinen Kreisformen inspirieren. Mit der «zerbrechenden Welt» im Ausstellungstitel ist jedoch weit mehr als die Bildkomposition gemeint. Der Erste Weltkrieg bereitete dem Aufbruch und Austausch europäischer Avantgarde-Künstler ein jähes Ende. Marc und Macke kamen als junge Männer im Kampf gegen Frankreich auf dem Schlachtfeld ums Leben. Ihre letzten düsteren Werke, die den Abschluss der Schau bilden, sind Vorahnungen der Katastrophe.
(Internet: www.marc-macke-delaunay.de)
Daten und Fakten zur «Marc, Macke und Delaunay»-Schau Hannover (dpa/lni) - Die «Marc, Macke und Delaunay»-Ausstellung ist vom 29. März bis zum 19. Juli dienstags bis donnerstags sowie sonntags von 10 bis 20 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Die Tickets kosten an Wochentagen 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, an Wochenenden und Feiertagen 12 Euro (ermäßigt 9). Familienkarten sind für 25 Euro erhältlich. Zu der Schau gibt es ein umfangreiches Beiprogramm mit Führungen und speziellen Angeboten für Kinder.
Im DuMont Buchverlag ist zudem ein umfangreicher Katalog erschienen: «Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910-1914)», hrg. von Susanne Meyer-Büser (ISBN der Museumsausgabe: 978-3-89169-207-3), 29 Euro (Museumspreis). Parallel läuft die Schau: «Meisterwerke des Expressionismus auf Papier aus der Sammlung des Sprengel Museums Hannover».
(Internet: www.marc-macke-delaunay.de)
Wichtige Lebensdaten der drei Künstlerfreunde Hannover (dpa/lni) - Franz Marc, August Macke und Robert Delaunay tauschten sich vor allem über Briefe aus, persönlich trafen sie sich zu dritt nur zweimal: 1912 in Delaunays Atelier in Paris und 1913 bei der Eröffnung des «Ersten Deutschen Herbstsalons» in der Berliner Galerie «Der Sturm». Bei der größten Galeristenausstellung der neuen europäischen Kunst erregten Delaunays «Formes Circulaires» (farbige Kreisformen) großes Aufsehen. Eine wichtige Mittlerin zwischen den drei Avantgarde-Künstlern war Delaunays russische Frau Sonia, die Deutsch sprach. In der Schau in Hannover ist der lange unterschätzten Künstlerin Sonia Delaunay ein eigener Raum gewidmet.
Franz Marc wurde 1880 in München geboren. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky gründete er Ende 1911 die Künstlergruppe «Der Blaue Reiter». In seiner kurzen, intensiven Hauptschaffensphase wählte er das Tier als Leitmotiv. 1916 wurde er nahe Verdun durch Granatsplitter getötet.
August Macke wurde 1887 in Meschede im Sauerland geboren und zog wenig später nach Bonn um. Von 1910 an verband ihn eine intensive Freundschaft mit Marc, wobei es auch zu Spannungen kam. Während Macke Delaunay uneingeschränkt bewunderte, war das Verhältnis zwischen Marc und dem Franzosen auch von gegenseitiger Kritik geprägt. Macke starb sechs Wochen nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs an der Front.
Robert Delaunay, geboren 1885 in Paris, hat die künstlerische Avantgarde seiner Zeit geprägt und sehr früh den Weg in die Abstraktion gefunden. Guillaume Apollinaire prägte für seine Malerei, bei der das Licht selbst bildnerische Qualität gewinnt, sogar einen eigenen Begriff: «Orphismus». 1914 ließ er sich mit seiner Familie in Madrid nieder und blieb sieben Jahre in Spanien und Portugal. 1941 starb Delaunay in Montpellier.
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