| Gerhard Richter porträtiert Kölner Ex-OB Schramma |
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| Dienstag, 16. März 2010 um 21:29 Uhr | ||
Köln (dpa) - Der Maler Gerhard Richter hat für die Oberbürgermeister-Galerie im Kölner Rathaus den ehemaligen OB Fritz Schramma (CDU) porträtiert. Es ist allerdings kein Gemälde geworden, sondern ein Foto. Nur die Fotografie sei für ein Porträt noch zeitgemäß, erläuterte Richter am Dienstag im Rathaus. Der 78-Jährige lebt seit vielen Jahren in Köln und ist Ehrenbürger der Stadt.
Richter zählt zu den einflussreichsten Künstlern der Welt; bei Auktionen erzielen seine Werke Spitzenpreise. Schramma (62) musste ihn erst einige Zeit bearbeiten, bis er sich zu dem Porträt bereiterklärte. Das Ergebnis fällt auf den ersten Blick konventionell aus: Schramma posiert denkbar staatstragend vor einem holzvertäfelten Ratssaal.
Richter sagte jedoch, genau dies sei der erwünschte Überraschungseffekt. «Die ewigen Provokationen, das ist doch langweilig», sagte er. Aus «Überdruss an der Moderne» habe er die Rolle des autonomen, freien Künstlers in diesem Fall bewusst aufgegeben.
Schramma war Oberbürgermeister von 2000 bis 2009. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr trat er nicht wieder an, weil sein Krisenmanagement nach dem Einsturz des Stadtarchivs heftig kritisiert worden war. Er ist aber weiterhin beliebt und gilt als besonders volkstümlicher Ur-Kölner.
Sein Nachfolger Jürgen Roters (SPD) sagte bei der Präsentation, es ehre alle Kölner, dass der berühmte Künstler sich bereitgefunden habe, Schramma auf diese Weise zu verewigen. Kunstinteressierte könnten sich nun Richters Bilder im Museum Ludwig ansehen, dann das von ihm gestaltete Fenster im Kölner Dom und anschließend noch das Schramma-Porträt im Rathaus.
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