| Sponsoren und Spender schwerer an Projekte zu binden |
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| Samstag, 02. Mai 2009 um 16:30 Uhr | ||
Kunstfest, Thüringen
Absagen halten sich jedoch bisher im Rahmen, auch wenn es schwerer fällt, Geldgeber an Projekte zu binden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. Selbst das Kunstfest Weimar, das über einen Etat von 1,25 Millionen Euro von Bund, Land und Stadt verfügt, steht vor neuen Herausforderungen. «Es ist schwieriger geworden, neue Sponsoren zu finden und andere bei der Stange zu halten», sagte Kunstfest-Chefin Nike Wagner. «Früher war die Antwort Ja oder Nein, heute wird abgewartet.» Durchatmen können zunächst noch die, welche längerfristige Bindungen eingegangen sind. Der Kunstverein Apolda Avantgarde etwa arbeitet seit seiner Gründung 1994 mit Sponsoren zur Finanzierung von Ausstellungen zusammen. Geschäftsführer Hans Jürgen Giese setzt auf den guten Namen des Vereins. Die Thüringer Bachwochen sahen sich in diesem Jahr vor dem Eröffnungskonzert in Arnstadt mit einer unerwarteten Situation konfrontiert: Das Amsterdamer Barock Orchester und der Chor mussten ihren Auftritt absagen, weil die holländische Regierung aufgrund der Wirtschaftskrise dem Orchester die Unterstützung entzog, sagte Sprecher Jens Haentzschel. «Wir waren glücklich über den Ersatz mit dem Ensemble La Petite Bande aus Belgien.» Aber auch ein Gastspiel dieser Künstler werde kaum noch einmal möglich sein, denn die belgische Regierung werde sich ebenfalls zurückziehen. Einfallsreichtum, Hartnäckigkeit und ein gutes Konzept sind Voraussetzungen, um Geldgeber für sich einzunehmen. «Ich bin nein- resistent. Das macht vieles leichter», sagte beispielsweise Heilwig Lindner, Vorstandsvorsitzende vom Philharmonischen Chor Erfurt. «Wir haben bei Musikfreunden ein Gesicht, auch durch die Auftritte im Theater und bei den Domstufen-Festpielen.» Für sie zählt jeder noch so kleine Betrag, um die fast 100 Mitglieder bei Chorwochenenden oder Gastspielreisen finanziell zu unterstützen. Für Ostern 2010 streben die Laiensänger unter Leitung von Andreas Ketelhut zwei Konzerte in Rom an. «Und die Chancen stehen nicht einmal schlecht, dass wir im Vatikan singen können.» Auch Mut und Entscheidungskraft sind manchmal gefragt, um Vorhaben durchzusetzen. Die Thüringen-Radrundfahrt U23 wird wie geplant vom 7. bis 13. Juni quer durch Thüringen rollen, obwohl Anfang April noch 25 000 Euro am 250 000 Euro umfassenden Gesamtetat fehlten. Rundfahrtchef Jörg Werner gab dennoch grünes Licht. Er war nach Gesprächen mit potenziellen Sponsoren optimistisch, die Lücke größtenteils schließen zu können. Wer Stiftungen wie die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen als Partner hat, hat in unsicheren Zeiten auf ein sicheres Pferd gesetzt. «Die Stiftung investiert ihr Vermögen sehr konservativ, so dass wir keine Abschreibungen vornehmen mussten», sagte der Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Michael Auge. «Wir sehen seit vielen Jahren, dass die Anzahl der helfenden Hände weniger wird. Das ist keine Spezifika der Jahre 2008/2009.» Die Stiftung unterstützt 2009 Ausstellungen im Bauhaus-Jahr, aber auch kleine Projekte wie die Konzerte von Musikschülern in sonst geschlossenen Kirchen. Die Naturstiftung David hat nach Angaben ihres Geschäftsführers Adrian Jost leichte Verluste in einem Aktienfonds hinnehmen müssen. «Das Gros des 3,65 Millionen Euro Stiftungskapitals ist jedoch konservativ angelegt.» Die Stiftung unterstützt vor allem kleine Umwelt- und Energiespar-Projekte, deren Finanzierung 2010 durch die abwartende Haltung von Firmen infrage steht. Kunstfest-Chefin Nike Wagner sieht eine Gefahr auch in dem «fortwährenden Gründen von neuen Festivals in Weimar». Das Aufsplitten in viele Angebote könnte durchaus auch ein Risiko für das Kunstfest darstellen. Schließlich sei die Kaufkraft begrenzt. Die Absage des Gastspiels der Neuen Bühne Senftenberg mit Goethes Faust zu Pfingsten in Weimar scheint ihre Sorgen zu bestätigen. Nach Angaben des Veranstalters Weimarer Kulturereignisse war bis Anfang April nicht die Hälfte der Plätze verkauft. Das Risiko wäre bei dem immensen Aufwand in Anbetracht einer Finanzkrise und Rezession zu groß gewesen. |
























































