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Mittwoch, 06. Mai 2009 um 08:13 Uhr |
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Dass die aktuelle Ausstellung im Berliner Martin-Gropius- Bau über die bundesrepublikanische Kunst der vergangenen 60 Jahre keine Werke aus der DDR zeige, sei «ein Skandal», sagte Grass der Online-Ausgabe des «Mannheimer Morgen» (Mittwoch). Die noch immer starke mentale Trennung zwischen Ost- und Westdeutschland sei eine Folge des Verhaltens Westdeutschlands, das wie «ein Sieger» aufgetreten sei, erklärte der Schriftsteller. Ein Resultat davon sei, dass sich jetzt «viele die DDR schönreden». Die gegenwärtige Kultur sieht Grass den Angaben zufolge dagegen in einer gesamtdeutschen Wirklichkeit angekommen. In Literatur und Kunst gebe es einige Werke, die sich kritisch mit der deutsch-deutschen Vereinigung und Gegenwart auseinandersetzten und deren Schöpfer auch mit zeitkritischen Äußerungen hervorträten. Sie hätten dazu ja auch allen Grund, meinte Grass laut «Mannheimer Morgen». Als Beispiel nannte er den starken Lobbyismus, dessen Einfluss auf die Politik der «schleichende Tod einer Demokratie» sei. Die Wirtschafts- und Finanzkrise wertete Grass als eine «Systemkrise». Sie könne aber dazu beitragen, das Gewicht von Kunst und Kultur zu verdeutlichen. Häufig könne man in Krisen beobachten, «dass die Bürger zu Dingen greifen, die ihnen wirklich etwas zu sagen haben», sagte der Autor.
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