| Wiener Festwochen in Kulturtempeln und Peripherie |
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| Sonntag, 10. Mai 2009 um 10:36 Uhr | ||
Österreichs international renommiertes Kulturfestival unter der Leitung von Luc Bondy bietet bis zum 14. Juni insgesamt 40 Produktionen aus 28 Ländern, darunter vier Uraufführungen. Schon bei dem Eröffnungskonzert auf dem Rathausplatz machten die Veranstalter klar, dass das Festival über die traditionellen Spielorte im Zentrum der Donaumetropole hinausgehen wird. Die Auftritte der französischen Chanson-Legende Juliette Gréco und der portugiesischen Fado-Sängerin Dulce Pontes wurden vom Conferencier und Bluesmusiker Willi Resetarits als «Lieder der Vorstadt» angekündigt. Auch die erste Uraufführung der Festwochen, Christoph Marthalers «Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie», wird am Sonntag nicht in einem Theater, sondern in einem Filmstudio im Süden von Wien gespielt. Der Schweizer Regisseur, Intendant und Komponist will sich in dem Projekt mit den Ängsten und Obsessionen der Mitteleuropäer auseinandersetzen. Besondere Aufmerksamkeit dürfte auch das Stück von Büchner- Preisträger Josef Winkler auf sich ziehen. Winklers «Wild wuchern die Wörter in meinem Kopf. Ein Triptychon» behandelt die Themen Macht, Kirche und Sexualität. Peter Sellars bringt in seiner Neuinszenierung von Otello den Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman als Jago nach Wien. Abseits der Hochkultur locken die Festwochen die Besucher in die Vorstadt. Der deutsche Künstler Schorsch Kamerun erklärt im Mai den zweiten Bezirk zur «Überwachungszone» und führt Zuschauer auf «Überprüfungsspaziergängen» durch diese Gegend. Der Stadtteil Schöpfwerk, der in Wien als Synonym für Sozialbau-Tristesse steht, und der Yppenplatz in einem der türkischen Viertel werden zum Schauplatz von Konzerten. Auf dem Musikprogramm stehen außerdem die von Luc Bondy in Paris inszenierte Oper «Yvonne, princesse de Bourgogne». «Ich glaube, gerade weil Yvonne hässlich ist oder so erscheint, darf man keine hässliche Musik für sie machen. Das wäre viel zu einfach», sagte der Komponist Philippe Boesmans dem Wiener «Standard» in seiner Samstagausgabe. Regisseur und Komponist Heiner Goebbels hat in «I went to the house but did not enter» Texte von vier großen Dichtern des 20. Jahrhunderts vertont, die 2008 in Edinburgh erfolgreich uraufgeführt wurden. Aus Anlass von Henry Purcells 350. Geburtstag steht Deborah Warners und William Christies «Dido and Aeneas» wieder auf dem Programm. |
























































