| Oase und Denkort: Museum Brandhorst vor Eröffnung |
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| Montag, 11. Mai 2009 um 06:15 Uhr | ||
Brandhorst, Kramer
Wenige Tage vor der Eröffnung des neuen Museum Brandhorst wird hinter der bunten Fassade des spektakulären Baus im Münchner Kunstareal noch kräftig gewerkelt. «Es wird zum Teil noch entschieden, was wohin kommt», sagt Museumssprecherin Christine Kramer. Kein Wunder, dass die Entscheidung schwer fällt, denn Armin Zweite, Direktor der Sammlung Brandhorst, hatte die Qual der Wahl aus mehr als 700 Werken. Für welche der zum Teil weltbekannten Gemälde, Skulpturen und Videos aus der Sammlung Brandhorst sich Zweite und seine Mitarbeiter am Ende entschieden haben, kann sich das Publikum ab 21. Mai ansehen. Am 18. Mai wird das Museum mit einem Staatsakt eröffnet. Das neue Museum sei in seinem Wert für den Kunststandort München nicht zu überschätzen, meint Zweite. «Es steht außer Frage: Mit der 1999 für den Freistaat gewonnenen Sammlung und der signifikanten Architektur von Sauerbruch Hutton erreicht die Hinwendung der Landeshauptstadt zur Ästhetik unserer Zeit eine neue Dimension - künstlerisch und architektonisch», betont der Museumschef. Ein ganzes Jahrzehnt Vorgeschichte geht zu Ende, wenn sich die Türen des fertigen Museums zum ersten Mal öffnen. 1999 übergab das Ehepaar Brandhorst seine weltweit bekannte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst dem Freistaat. Stifter Udo Brandhorst selber scheut die Öffentlichkeit. Seine Ehefrau war 1999 plötzlich gestorben. Experten schätzen, dass die Werke insgesamt mehr als 100 Millionen Euro Wert sind. Bedingung für die Übergabe war, dass das Land Bayern einen Raum für ein Museum zur Verfügung stellt. Nach jahrelangen Planungen und einem Architekturwettbewerb wurde das 48 Millionen Euro teure Gebäude im Herbst 2008 fertiggestellt. Dann ging die Reise der kostbaren Stücke ins Museum los. Manche waren verliehen, andere hingen in den Privaträumen der Brandhorsts. «Es musste geplant werden, was wie transportiert wird und in welchen Behältnissen, und wie es angefasst wird», erklärt Kramer. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, das größte Werk der Sammlung an seinen Platz zu bekommen, ein elf Meter breites Bild aus Warhols «Last Supper»-Serie. Um es in den unteren Teil des Hauses abzusenken, musste eigens ein Spezialaufzug gebaut werden. Derzeit wird weiter ausgepackt im Museum, das sowohl architektonisch als auch inhaltlich in direktem Zusammenhang mit seinem Nachbarn, der Pinakothek der Moderne, steht. «Es soll ein Dialog entstehen», beschreibt Kramer. Im Museum Brandhorst könne die Beschäftigung mit Künstlern vertieft werden, die auch in der Pinakothek Thema sind. So gehört beispielsweise das obere Stockwerk ganz dem Amerikaner Cy Twombly. Für die zwölf Bilder seines «Lepanto»-Zyklus aus dem Jahr 2001 wurde ein eigener Saal gebaut. Der Museumsbau an sich ist ohnehin schon ein Kunstwerk. Die Außenfassade ist mit 36 000 farbigen Keramikstäben besetzt. Im Inneren herrscht eine entspannte Atmosphäre. «Eine der zentralen Vorgaben beim Wettbewerb war, dass es ein Tageslichtmuseum werden muss», sagt Kramer. Ausgeklügelte, unsichtbare Techniken sorgen dafür, dass immer gerade genug Licht in die Räume fällt. Außer dem warmen Holzton des Fußbodens aus dänischer Eiche lenkt keine Farbe von den Kunstwerken ab. Von draußen dringt kein Lärm nach innen, alles wirkt still und lässt Platz zum Nachdenken. «Es ist eine richtige Oase geworden», schwärmt Kramer. |
























































