| Schau zeigt erstmals Feininger-Alterswerk |
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| Freitag, 15. Mai 2009 um 07:27 Uhr | ||
Feininger, Deutschland
Es handelt sich um Arbeiten, die seit 1937 entstanden sind - nach der Rückkehr des Künstlers aus Deutschland in seine Heimat USA. «Es ist ein Alterswerk von außergewöhnlicher Qualität und Stärke», sagte die Direktorin des Kunstmuseums, Katja Schneider. Unter dem Motto «Zurück in Amerika - Lyonel Feininger 1937 bis 1956» sind bis zum 23. August rund 105 Werke zu sehen: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Lithographien. Viele der Leihgaben stammen aus den USA.
Nach der «Schwarzen Welle»: Feiningers AlterswerkVon Sophia-Caroline Kosel, dpa
Halle (dpa) - Die «Schwarze Welle» empfängt die Besucher: Ein riesiges Segelschiff mit dem Sternenbanner am Heck gleitet über das Wasser - gen Amerika. Das Ölgemälde aus dem Jahr 1937 ist das letzte in Deutschland entstandene Werk des Bauhauskünstlers Lyonel Feininger (1871-1956). Unter dem Druck der Nationalsozialisten kehrte er 1937 nach 50 Jahren in seine Heimat, die USA, zurück. Erstmals widmet sich nun eine Schau umfassend seinem dort entstandenen Spätwerk. Unter dem Motto «Zurück in Amerika - Lyonel Feininger 1937 bis 1956» sind vom 17. Mai bis zum 23. August in der Moritzburg in Halle rund 105 Werke zu sehen; darunter auch einige noch in Deutschland entstandene. «Unser Verständnis von Feininger ist von wenigen Bildern geprägt: die Ostsee mit Booten, thüringische Landschaften mit Gelmeroda an der Spitze - und man mag noch an die Halle-Bilder denken, aber dann hört es auf», sagt Kurator Wolfgang Büche. «Wir haben bewusst etwas gesucht, womit wir Neuland betreten können.» Schon lange beschäftigt sich Büche mit dem expressionistischen Künstler, der vor genau 90 Jahren im Mai im Torturm der Moritzburg - einer ehemaligen Kardinalsresidenz - ein Atelier bezog, in dem seine berühmte Halle- Serie entstand. Er sei überrascht worden von der Komplexität des Alterswerkes, sagt der Kurator. Unter den Aquarellen zum Beispiel fänden sich lineare Darstellungen ebenso wie zittrige Linien oder kindliche Zeichnungen im Stil von Paul Klee. Etwas Besonderes seien auch die Holzschnitte. «Es wird nun deutlich, welche Bedeutung sie als Vorlage für Ölgemälde hatten», sagt Büche. Das 1933 entstandene Ölbild «Segelschiff mit blauem Angler» etwa bezieht sich auf einen Holzschnitt von 1910. Nach seiner eher unfreiwilligen Rückkehr in die Heimat dauerte es aber zwei Jahre, bis der Künstler wieder Ölgemälde schuf. Deutlich wird, dass Feininger in New York nicht nur den Wolkenkratzern von Manhattan eine Serie widmet, sondern immer wieder auf Motive zurückkommt, die er schon in seiner Wahlheimat Deutschland liebte - etwa Kirchen und Schiffe. Diese Werke entstanden aus der Erinnerung heraus und mit Hilfe seiner zahlreichen Notizen über die Natur. Ein Kleinod für den Besucher sind die «Männekenbilder», wie sie Büche nennt. Bei Feininger heißen sie «Ghosties». Es sind bunt ausgemalte skurrile Figuren, die er für Freunde und Verwandte zeichnete. Trotz seines nicht einfachen Lebens - in Deutschland galt er als «der Amerikaner», in Amerika als «der Europäer» - habe der Künstler viel Humor gehabt, berichtet der Kurator. In New York habe der einstige Bauhaus-Meister mit seiner Frau in sehr beengten Verhältnissen gelebt. Das Zwei-Zimmer-Appartement in der 235 East 22nd Street war zugleich Atelier. Eine einzelne Betrachtung seines Spätwerkes habe es bislang noch nie gegeben - weder in den USA noch in Europa, sagt die Direktorin des in der Moritzburg beheimateten Kunstmuseums, Katja Schneider. Viele der Leihgaben stammen aus den USA, etwa vom Museum of Modern Art (New York), dem Philadelphia Art Museum und aus Privatsammlungen. Stiftung Moritzburg Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle nternet: www.kunstmuseum-moritzburg.de
Lyonel Feininger
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