| Tillich will mehr bürgerschaftliches Engagement für Kultur |
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| Freitag, 15. Mai 2009 um 07:48 Uhr | ||
Gesellschaft, Kultur, Staat
«Wenn es uns gelingt, dass Staat und Bürger weiter gemeinsam Verantwortung für ihre Kultur übernehmen, dann werden die kulturellen Kräfte unseres Landes nicht schwächer, sondern stärker», sagte er am Donnerstag bei der Internationalen Tagung zu den kulturellen Folgen des demografischen Wandels im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden. Kulturförderung bedürfe einer gleichberechtigten Partnerschaft von Staat und Bürgern. «Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Löwenanteil der Kulturausgaben vom Staat getätigt wird. Das ist auch gut so», sagte Tillich. «Aber: Wir leben in einer Zeit, in der die Kultur nicht mehr die Domäne einer gesellschaftlichen Elite ist, sondern alle Kreise ansprechen soll und will.» Kultur diene der ganzen Gesellschaft und werde von der ganzen Gesellschaft getragen. «Der Staat hat keine ureigene Zuständigkeit für die Kultur, genauso wenig wie für Werte, Anstand, Sitte oder Religion.» Er könne nur Anreize für bürgerliches Engagement schaffen und Impulse dafür setzen, dass so viele Menschen wie nur möglich für die Kultur mobilisiert werden - «als kritisches Publikum genauso wie als Künstler, die Traditionen bewahren und Neues schaffen». Kulturelle Bildung bedürfe auch Ermutigung seitens der Eltern und der Gesellschaft müsse für vielfältige Angebote sorgen. «Wir müssen den Blick lösen von der Fixierung auf finanzielle Zwänge und uns fragen, wie wir qualitativ für mehr kulturelle Mobilisierung im Land sorgen können.» Denn gerade eine Gesellschaft im Wandel sei auf die Kultur als Sinn und Zusammenhalt Stiftendes angewiesen. In diesem Sinne sei die demografische Entwicklung eine Chance für das Kulturland Sachsen. Bis zum Freitag diskutieren Politiker, Wissenschaftler und Praktiker über die kulturpolitischen Konsequenzen des Wandels. Aus Sicht des Soziologen Karl-Siegbert Rehberg muss das Angebot in allen Kultureinrichtungen, auf allen Ebenen spezifischer auf verschiedene Generationen ausgerichtet werden. «Kultur bleibt eine der wichtigsten Aufgaben», sagte er der dpa. Denn künftig habe die Mehrheit der Bevölkerung Zeit, sei frei vom Berufsalltag und habe großes Interesse an Unterhaltung und Bildung. Neben dem Ausbau der Kulturangebote für Ältere brauche es aber auch Investitionen in die Kulturvermittlung für Junge. «Die Qualifikation einer schrumpfenden Bevölkerung mit höheren Einwanderungszahlen für die Kultur muss insgesamt steigen.» |
























































