| Museen wollen auf das «Auge des anderen» achten |
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| Freitag, 15. Mai 2009 um 07:59 Uhr | ||
«Wir müssen mehr mit dem Auge des anderen sehen», meinte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa anlässlich des «Internationalen Museumstags» an diesem Sonntag (17. Mai). Der Tag steht unter dem Motto «Museen und Tourismus». Trotz Finanzkrise ist der Karlsruher Museumschef zuversichtlich: «Wir haben genügend Rücklagen und müssen keine Ausstellungen abspecken.» Dennoch will er mit neuen Konzepten gezielt mehr Kultur- und Städtetouristen ansprechen. Siebenmorgen zufolge besuchen die Leute oft ein Museum, um «fremde Kulturen kennenzulernen» - letztere müssten aber mehr «auf Augenhöhe» präsentiert werden; nicht etwa aus der Sicht der ehemaligen Kolonialisten. Denkbar sind für den Chef des Museums mit Sitz im Karlsruher Schloss etwa mehr Kulturvergleiche, Kulturbrücken zwischen alt und neu oder andere Fragestellungen. Diese müssten berücksichtigen, was zum Beispiel orientalische Kulturen vom Westen aufgegriffen haben - oder umgekehrt. «Es gibt immer ein wechselseitiges Verhältnis zwischen den Kulturen», sagte Siebenmorgen. «Wer weiß schon, dass die orientalische Vorstellung vom Paradies oft von alpenländischen Berglandschaften abgeleitet ist», so der Museumschef. Solche Dinge und auch Kuriosa, wie die Töne der «Kleinen Nachtmusik» von Mozart in der Wüste, will er im nächsten Jahr in der Ausstellung «Orientalismus-Okzidentalismus» vorstellen, die vom August 2010 an im Badischen Landesmuseum gezeigt wird. Dabei erfährt der Besucher dann auch, warum der Koran niemals unter Hüfthöhe präsentiert werden darf - es wäre sonst eine Beleidigung, hat Siebenmorgen gelernt. Das Badische Landesmuseum zählte im vergangenen Jahr rund 260 000 Besucher und hatte einen Jahresetat von rund sieben Millionen Euro. Vom 24. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010 wird im Badischen Landesmuseum die Große Landesausstellung «Das Königreich der Vandalen» präsentiert. Die Vandalen, die sprichwörtlich, aber laut Museum zu Unrecht als Zerstörer gelten, lebten in einem gut organisierten Staat und pflegten römische Lebensart. Rund 300 hochkarätige Objekte, darunter kostbarer Schmuck und Mosaike aus renommierten europäischen und nordafrikanischen Museen, sollen ein Zeugnis von der Kultur und Geschichte Nordafrikas zur Zeit der Vandalenherrschaft geben. Die Vandalen zogen von Europa in den Norden Afrikas, wo sie bis 439 n. Chr. römische Gebiete eroberten und ein mächtiges Königreich errichteten.
Autorin: Susanne Kupke, dpa |
























































