| Ausstellung beleuchtet Geschichte des Malers Lucas Cranach |
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| Samstag, 16. Mai 2009 um 08:04 Uhr | ||
Cranach, Bremen
Seine erfolgreichen Bilderfindungen ließ der Renaissancekünstler in seiner eigenen Werkstatt in Wittenberg an der Elbe in großem Stil vervielfältigen. Die Cranach-Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen beleuchtet ab Sonntag (17.5.) diese Erfolgsstory. Dicht nebeneinander zeigt «Cranach in Bremen» bis zum 23. August immer neue Versionen der gleichen Themen, darunter die berühmten Porträts des Reformators Martin Luther, einige Christus-Bilder und Akt-Darstellungen einer Quellnymphe. Vor grünem Grund sind 35 Gemälde aus internationalen Kunstsammlungen sowie 60 grafische Blätter inszeniert. «Lucas Cranach war der Warhol der Renaissance», sagt Museumsleiter Rainer Stamm. Beide Künstler, der amerikanische Pop-Art-Maler ebenso wie der deutsche Renaissancemaler, hätten auf das Prinzip der Serienproduktion gesetzt. Während Andy Warhol Stars wie Marilyn Monroe faszinierten, hatte Cranach seinen Freund Luther von dessen Anfängen als Augustinermönch bis zum Totenbett gemalt. In Bremen sind allein zehn Porträts des Reformators zu studieren. Besonders eindrucksvoll ist die Gegenüberstellung mit seiner Frau Katharina von Bora, die er als Nonne kennengelernt hatte, und mit seinem Glaubensbruder Philipp Melanchthon. «Noch nie waren an einem Ort so viele Variationen der gleichen Motive zu sehen», sagt Stamm. Zwar hätten schon andere Cranach-Ausstellungen die Rolle des Malers und seines Sohns, Lucas Cranach des Jüngeren (1515-1586), als Spitzenunternehmer untersucht. Doch sei es jeweils um die Themenvielfalt beider Künstler gegangen. «Cranach in Bremen» zeigt hingegen wenige Motive, aber viele Versionen davon. Der Grund: Die Cranachs sahen sich offenbar nicht als Genies, sondern als Dienstleister in einer Zeit, als viele Kunden Luther-Bildnisse bei sich zu Hause aufhängen wollten. «Wie später das Bildnis des Freiheitskämpfers Che Guevara sind auch das politische Bilder gewesen, Bekenntnisse zu einer neuen Zeit», sagt Stamm. Ein Kontrast zu den oftmals kleinformatigen Reformatorenporträts und den sakralen Motiven ist die Darstellung einer «Ruhenden Quellnymphe», die antiken Vorbildern folgt. «Den heiligen Schlaf der Quellnymphe störe nicht, sie schläft» - diesen Hinweis auf dem Rand der Bildtafel werten Kunsthistoriker geradezu als Einladung zum Voyeurismus. Cranach und sein Team haben die auf einem Pflanzenteppich Liegende nur mit einem transparenten Tuch verhüllt. Auch diese zarten Akte sind in großer Stückzahl entstanden. Hatten die Malerkollegen Albrecht Dürer und Hans Holbein auf individuelle Gemälde gepocht, gelangten die Cranachs mit ihrer fließbandähnlichen Produktion zu einem bahnbrechenden Erfolg, der in der deutschen Renaissance einmalig war. Internet: www.pmbm.de
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