| Weserburg Bremen zeigt «Urban Art» |
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| Samstag, 16. Mai 2009 um 08:15 Uhr | ||
So intelligent pflegt er den Mythos des anonymen Sprayers, dass seine Werke inzwischen auf Kunstauktionen Höchstpreise erzielen. Jetzt sind seine Graffitis zusammen mit Werken von 24 weiteren Künstlern der Street-Art-Szene bis zum 30. August in Ausstellung «Urban Art» in der Weserburg, dem Bremer Museum für moderne Kunst, zu sehen. Eines von Bansyks Schablonen-Graffitis zeigt ein Mädchen mit Gasmaske und zerfetzter Blume, Sinnbild für Isolation in einer zerstörerischen Welt. «So etwas funktioniert auch losgelöst vom Straßenraum», sagte Kurator Ingo Clauß am Freitag. «Urban Art» unterscheide sich bewusst von konventionellen Ausstellungen, etwa wenn einer der Künstler eine Farbbombe platzen lässt und ein anderer seinen Künstlernamen in einen der Ausstellungsräume sprayt - Kunstwerke auf Zeit. Im Eingangsbereich der Weserburg hat US-Künstlers Brad Downey kitschig pinkfarbene Geschenkboxen aufgetürmt. Innen können sich Besucher Leitern hinaufzwängen und nachempfinden, wie schwierig es ist, in Städten wie Berlin über Zäune zu klettern, um Skulpturen und Bilder zu hinterlassen. Trotzdem schätzt der 28-Jährige diese Form der Streetart: «Draußen kann ich viel schneller und spontaner arbeiten, etwas, was im durchorganisieren Museumsbetrieb gar nicht möglich wäre.» Auch der 33-jährige Kunstsammler Rik Reinking aus Hamburg, dem die Ausstellungsstücke gehören, reizt diese Spontaneität: «Mich fasziniert diese Kunst von Menschen, die wachen Auges durch das Leben gehen und eigene Zeichen gegen eine alles vereinnahmende Konsumwelt setzen.» Viele dieser Künstler würden schon lange nicht mehr illegal mit Sprühdose und Pinsel in London, Berlin und Sao Paolo umherziehen, sondern in Galerien und Museen ausstellen. Dazu zählen die brasilianischen Zwillingsbrüder Os Gêmeos. Sie haben in Bremen einen begehbaren Kopf aus bemalten Holztafeln und Stacheldrahtzaun installiert - eine Anspielung auf die Armensiedlungen rund um die Megastadt São Paulo. Der Künstler Tilt aus New York ist mit den Fotos junger Frauen vertreten, die er im Bubble-Style bemalt und anschließend fotografiert hat. Auch einige Ecken in der Stadt haben die Straßenkünstler jetzt erobert. Der in Kopenhagen lebende Künstler Victor Ash hat auf Einladung des Deutschen Evangelischen Kirchentages (20. bis 24. Mai) in Bremen die Wände eines Bremer Luftschutzbunkers im alten Hafenrevier gestaltet. Das Kirchentagsmotto «Mensch, wo bist Du?» hat der 40 Jahre alte Künstler mit 20 Meter hohen Figuren mit Ferngläsern umgesetzt. Internet: www.weserburg.de |
























































