| Museen rechnen mit Auswirkungen der Wirtschaftskrise |
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| Sonntag, 17. Mai 2009 um 10:14 Uhr | ||
Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab, sind diese aber bisher kaum spürbar. «In den großen Museen wird langfristig geplant und kleine Museen im ländlichen Raum haben keine Großsponsoren», sagte die Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, Katja Mieth. Zusagen würden eigentlich eingehalten, aber es könnte schwieriger werden, Förderer und Sponsoren für kommende Projekte zu gewinnen. «Mir ist aber kein Fall bekannt, wo Zugesagtes abgesagt wurde», sagte Mieth. Befürchtungen gebe es vor allem in den Städten, sagte die Leiterin des Lessing-Museums in Kamenz, Sylke Kaufmann. «In Sponsoringgesprächen wird derzeit natürlich generell auf die Krise verwiesen», sagte Anett Lamprecht vom Grassi-Museum für Angewandte Kunst Leipzig. Zwei Mal gab es aber schon Enttäuschungen bei der Sponsoren-Suche: «Eine Bank meldete Insolvenz, eine andere ist in erheblichen Schwierigkeiten und begründete die Absage mit den derzeitigen Entwicklungen.» Besser werde es sicher nicht, sagte Mieth. Es zahle sich aber aus, dass Kultureinrichtungen hierzulande eine von der öffentlichen Hand getragene Basis haben und nicht nach dem amerikanischen Modell organisiert seien. «Aber auch in größeren Museen ist die Fülle dessen, was ein Museum leisten muss, nicht mehr mit hauptamtlichem Personal zu schaffen», sagte sie. Museen verschiedener Trägerschaften seien auch auf privates und ehrenamtliches Engagement angewiesen. «Ohne Ehrenamt würde es nicht gehen», sagte auch der Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Friedrich Reichert. «Es ist ein Trend, Stellen nicht wieder zu besetzen.» So habe sich seit der Wende vor 20 Jahren ein sozialer Stellenabbau vollzogen. Das Ausdünnen der Personaldecke aber schade der Qualität. Besonders hart getroffen würden von Kommunen getragene Museen, wo der Stellenabbau noch stärker als bei staatlichen Einrichtungen sei. Dies könne nicht ausgeglichen werden. Große Defizite sieht Reichert daher im wissenschaftlichen Bereich, der wie das Sammeln, Bewahren und Ausstellen zu den Aufgaben des Museums gehöre. «Prinzipiell müsste ein Museum unserer Größenordnung und Bedeutung mehr Wissenschaftler beschäftigen können», so Grassi- Sprecherin Lamprecht. Leider sei die Tendenz überall negativ. Wissenschaftliche Arbeit könne eben nicht weitgehend über Projekte abgehandelt werden. «Museale Sammlungen brauchen kontinuierliche Betreuung und Kuratoren, die jedes Sammlungsstück kennen», sagte sie. «Firmen sind verhaltener, aber man staunt, wie viel Bemühen doch noch da ist», meinte Museumsbund-Chef Reichert. Meist bestünden ja Partnerschaften über längere Zeit und auch dann, wenn die Partner- Firmen wirtschaftliche Probleme habe. Insgesamt liege der Anteil privater Sponsoren bei den sächsischen Museen bei drei Prozent. «Schon andere Zeiten haben gezeigt, dass trotz Schwierigkeiten Ausstellungen gemacht und sogar Museen neugegründet wurden.» So sei die Zahl der Museen im Freistaat seit 1993 von 300 auf derzeit rund 470 gewachsen.
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