| Museum Brandhorst soll München zur Weltspitze führen |
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| Mittwoch, 20. Mai 2009 um 07:32 Uhr | ||
Brandhorst, Werke, Sammlung
«München soll an der Weltspitze ankommen», sagte Heubisch kurz vor der Eröffnung des Museums am Montag. Deshalb werde das Kunstareal auch in Zukunft weiter ausgebaut. Das neue Haus für die Sammlung Brandhorst sollte am Nachmittag mit einem Staatsakt in Betrieb gehen. Zu sehen sind 180 Bilder, Skulpturen und Installationen von Künstlern wie Sigmar Polke oder Georg Baselitz. Stifter Udo Brandhorst hatte seine Sammlung 1999 kurz nach dem Tod seiner Ehefrau Anette dem Freistaat übergeben. Bedingung war allerdings, dass ein eigenes Haus für die rund 700 Kunstwerke, deren Wert auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt wird, entstehen sollte. Im August 2005 begannen die Bauarbeiten für das vom Architekten-Ehepaar Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton entworfene Haus. Von Außen ist der Bau mit bunten Keramikstäben besetzt. Innen sorgt ausgeklügelte Technik für viel Tageslicht. Das Museum kostete 48 Millionen Euro. «Es ist ein Glücksfall», sagte Klaus Schrenk, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die das Museum nun betreibt. Mit dem Museum Brandhorst und der gleich daneben liegenden Pinakothek der Moderne habe München jetzt den «Anschluss an internationale Großstädte» gefunden. Die Auswahl, die Museumsdirektor Armin Zweite für die Ausstellung getroffen hat, spiegelt die Schwerpunkte der ursprünglichen Privatsammlung Brandhorst wider. Im Mittelpunkt stehen die völlig unterschiedlichen Werke von Pop-Ikone Andy Warhol und des US-Malers Cy Twombly. Twomblys lyrischen, meist großformatigen Gemälden ist die gesamte obere Etage gewidmet. Nirgendwo sonst außerhalb der USA sind so viele Werke des mittlerweile 81-Jährigen zu sehen - 59 der insgesamt 80 Werke der Sammlung hat Zweite ausgestellt. Im Kontrast zu Twomblys Bildern, die häufig historische Themen aufgreifen, stehen die knalligen, ganz auf die Gegenwart gerichteten Bilder Andy Warhols. Ein Warhol ist auch das größte Bild im Museum, ein elf Meter breites Jesus-Porträt aus dem Zyklus «Last Supper». Zu sehen sind aber auch einige der berühmten Selbstporträts Warhols. Ins Auge stechen außerdem die Installationen des Briten Damien Hirst. Die Brandhorsts hatten offenbar eine Hirst-Vorliebe für Stücke, die sich mit dem Thema Medizin auseinandersetzen, denn zu sehen sind etwa ein Medikamentenschrank und eine Installation mit zigtausenden einzelnen Tabletten.
Das neue Museum Brandhorst in Zahlen
Museum Brandhorst mit Staatsakt eröffnetVon Britta Gürke, dpa
München (dpa/lby) - Ein Staatsakt mit Liveübertragung im Fernsehen, Segenssprüche durch höchste Kirchenvertreter und ein Sprachengewirr von der internationalen Besucherschar: Mit einem aufwendigen Fest ist am Montag das neue Museum Brandhorst im Münchner Kunstareal eröffnet worden. Zehn Jahre nach der Übergabe der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst des Ehepaares Brandhorst an den Freistaat Bayern haben die auf 100 Millionen Euro geschätzten Werke jetzt ein eigenes Ausstellungshaus. Besucher müssen sich allerdings noch bis zum Donnerstag gedulden, bevor sie den bunten Bau gleich neben der Pinakothek der Moderne von Innen erkunden können. Große Namen erwarten die Kunstfans dann: Andy Warhol, Georg Baselitz, Damien Hirst, Sigmar Polke, Alex Katz, Jeff Koons, Joseph Beuys und viele weitere Künstler sind im Museum Brandhorst vertreten. Direktor Armin Zweite hat 180 der mehr als 700 Gemälde, Skulpturen, Installationen und Videos der Sammlung für die Ausstellung ausgewählt. Am Montag kündigte er an, in Zukunft regelmäßig einzelne Stücke neu hinzuzufügen oder auszutauschen. Auch Sonderschauen werde es geben, unter anderem sollen illustrierte Bücher von Pablo Picasso gezeigt werden, sagte Zweite. Über die Stiftung Brandhorst soll der Bestand regelmäßig erweitert werden. «Dieses Museumsareal mitten im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt braucht weltweit keinen Vergleich zu scheuen, es ist weltspitze», sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zur Eröffnung. Seehofer lobte auch den Museumsbau des Architektenehepaares Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton: «Das Gebäude ist für sich schon ein Kunstwerk.» Der ultramoderne Bau ist von außen mit 36 000 Keramikstäben in 23 Farbtönen besetzt. Innen strahlen weiße Wände und der Fußboden aus dänischer Eiche Wärme aus. Hinter der scheinbaren Unaufgeregtheit der Ausstellungsräume verbirgt sich komplizierte Technik. Durch ausgetüftelte Verfahren wird möglichst viel Tageslicht nach innen geholt. Auch die Schallisolierung des mitten im Zentrum gelegenen Museumsbaus sei nicht einfach gewesen, gestand Sauerbruch. Stifter Udo Brandhorst, der nur selten in der Öffentlichkeit auftritt und als kamerascheu gilt, kam zum Staatsakt zur Eröffnung selbst vorbei. Er hatte seine Sammlung 1999 kurz nach dem Tod seiner Ehefrau Anette dem Freistaat übergeben. Bedingung dafür war allerdings, dass das Land ein eigenes Haus dafür bereitstellen muss. 2005 begannen die Bauarbeiten. Insgesamt kostete das Gebäude 48 Millionen Euro. Bei der Eröffnung demonstrierten Studierende vor dem Festzelt gegen Studiengebühren und forderten, statt für Kunst mehr Geld für Bildung auszugeben. Die Gäste aus fast ganz Europa und den USA ließen sich die Feierlaune aber dadurch nicht verderben. «Es ist ein Glücksfall», sagte Klaus Schrenk, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die das Museum nun betreibt. Mit dem Museum Brandhorst und der gleich daneben liegenden Pinakothek der Moderne habe München jetzt den «Anschluss an internationale Großstädte» gefunden. Die Ausstellung spiegelt die Schwerpunkte der ursprünglichen Privatsammlung Brandhorst wider. Im Mittelpunkt stehen die völlig unterschiedlichen Werke von Pop-Ikone Andy Warhol und des US-Malers Cy Twombly. Twomblys lyrischen, meist großformatigen Gemälden ist die gesamte obere Etage gewidmet. Nirgendwo sonst außerhalb den USA sind so viele Werke des mittlerweile 81-Jährigen zu sehen. Im Kontrast zu Twomblys Bildern, die häufig historische Themen aufgreifen, stehen die knalligen, ganz auf die Gegenwart gerichteten Bilder Warhols. Ein Warhol ist auch das größte Bild im Museum, ein elf Meter breites Jesus-Porträt aus dem Zyklus «Last Supper». Ins Auge stechen außerdem Installationen des Briten Damien Hirst. Die Brandhorsts hatten offenbar eine Vorliebe für Hirst-Werke, die sich mit dem Thema Medizin auseinandersetzen, denn zu sehen sind etwa ein Medikamentenschrank und eine Installation mit zigtausenden einzelnen Tabletten. |
























































