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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Picasso-Cézanne» in Aix-en-Provence: Mehr als 110 Werke PDF Drucken E-Mail
Samstag, 23. Mai 2009 um 07:31 Uhr

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Cézanne; Picasso

 

Doch nur den Vater der Modernen, Paul Cézanne, nannte er seinen Meister. «Er war mein einziger und ein einzigartiger Meister», sagte Picasso 1964. Unter dem Titel «Picasso-Cézanne» stellt das Museum Granet in der südfranzösischen Stadt Aix-en-Provence mehr als 110 Werke aus, darunter 91 von Picasso und 23 von Cézanne. «Picasso hat nie direkt nach Cézanne gemalt, so wie er es bei Manet, Ingres oder Delacroix getan hat. Cézanne war ihm eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für neue Maltechniken», sagte der Museumsdirektor Bruno Ely. Die Ausstellung beginnt an diesem Montag und dauert bis zum 27. September. Sie zeigt Werke, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren.

Picasso (1881-1973) hatte großen Respekt vor Cézanne, 1839 in Aix- en-Province geboren, und nannte ihn sein Leben lang, «Monsieur Cézanne». Seine Bewunderung ging sogar soweit, dass er sich auf der anderen Seite des Bergmassivs des Mont Sainte-Victoire in der Nähe von Aix-en-Provence ein Schloss kaufte mit mehr als 1000 Hektar Waldfläche. «Ich wohne bei Cézanne» sagte Picasso, der das mittelalterliche Schloss von Vauvenarques mit den zwei herrlichen Rundtürmen im September 1958 erworben hatte. Das Schloss wurde renoviert und ist erstmals, jedoch nur für die Dauer der Ausstellung, zu besichtigen.

Vor allem die ersten Ausstellungssäle veranschaulichen den Einfluss Cézannes auf den Spanier. So führten Cézannes überschneidende Kompositionslinien, vereinfachte Formen und Infragestellung der Zentralperspektive bei Picasso vor allem in den Jahren 1908 und 1909 zu einer Radikalisierung dieser Elemente und zum sogenannten «cubisme cézannien», zum Cézanne-Kubismus.

Herrliche Ensembles aus Stillleben, Landschaften und Porträts laden den Besucher zu einem Vergleich beider Maler ein. Picassos skizzenhafte Häuser auf einem Hügel, erste Anklänge an den Kubismus, verweisen ebenso eindeutig auf Cézannes berühmtes Gemälde «Gardanne». Dieses Dorf, das einzige, das Cézanne gemalt hat, ist stark schematisiert ebenso wie seine Badenden, eine weitere Inspirationsquelle für Picasso.

In den letzten Sälen ist nur noch Picasso zu sehen - ganz bewusst. Denn der Meister des Kubismus hat sich vor genau 50 Jahren, im Frühjahr 1959, in dem nur wenige Kilometer von Aix-en-Provence liegenden Schloss von Vauvenargues niedergelassen. Auch wenn er nur zeitweise dort lebte, entstanden in dieser Zeit eine Reihe von Werken, die erstmals in dieser Ausstellung zu sehen sind und sich durch ihre Farblichkeit und Formenstil von seinen vorherigen Arbeiten völlig unterscheiden. «Man hat den Eindruck, dass Picasso mit diesen Werken Cézanne eine Hommage erweisen wollte», erklärte der Direktor. A

uf vielen dieser Werke ist ein schwerer barocker Esszimmerschrank abgebildet, davor sein Dalmatiner Perro. Die Farben Dunkelgrün und fast schon Bordeauxrot sind typisch für diese «Vauvenargues-Phase», in der Picasso wieder figurativ wird. Der spanische Künstler hat zwar zahlreiche Cézanne-Motive übernommen, wie den Apfel oder den Totenschädel, doch nie dessen Lieblingssujet, den Mont Saint-Victoire - aus Respekt wie der Direktor meinte.

www.picasso-aix2009.fr



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