| Designart-Schau in Düsseldorf |
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| Samstag, 23. Mai 2009 um 07:35 Uhr | ||
Kunst, Stuhl
Unter dem Titel «U.F.O. - Grenzgänge zwischen Kunst und Design» soll die Ausstellung die fließenden Grenzen zwischen den beiden Bereichen deutlich machen (bis 5. Juli). Die Frage «Was ist Was?» löse sich zunehmend auf, sagte Werner Lippert vom NRW-Forum am Freitag. Stattdessen sei «Designart» angesagt «eine hybride Vorgehensweise, bei der sich beide Bereiche vermischen». Das Spektrum reicht von Sesseln aus Plüschtieren bis zu Paravents aus Küchenreiben. Internet: www.nrw-forum.de
Designart-Schau in Düsseldorf: Plüschtier-Stuhl und Eisberg-BankVon Antje Lorscheider, dpa
Düsseldorf (dpa) Plüschtier-Sessel und Eisberg-Bank: Der Frage «Design oder Kunst» geht bis zum 5. Juli das NRW-Forum in Düsseldorf nach. Die Schau «U.F.O. - Grenzgänge zwischen Kunst und Design» will die fließenden Grenzen zwischen den beiden Bereichen deutlich machen. Die Frage «Was ist Was?» Kunstwerk oder Designobjekt löst sich auf, sagte Werner Lippert vom NRW-Forum am Freitag zur Eröffnung. «Designart» sei «eine hybride Vorgehensweise, bei der sich beide Bereiche vermischen, bei der Designaspekte in die Kunst migrieren ebenso wie umgekehrt». Kunstwerke mit Möbelcharakter stammen etwa vom österreichischen Künstler Franz West, der für seine Skulpturen zum Platznehmen bekannt ist - seien es wild bezogene Stühle oder die blechernen, sackartigen «Sitzskulpturen». Eher umfassend ausstatterisch arbeitet die US- Künstlerin Andrea Zittel. Von ihr ist ein ausgeklügeltes Möbel- Objekt zu sehen - ein «Geschirrloser Esstisch», in dessen Vertiefungen Mahlzeiten direkt serviert werden können. Breiten Raum nehmen in der Schau die Sitzgelegenheiten ein. Da ist der Stuhl, den Künstler wie Joseph Kosuth konzeptuell behandeln: Die Idee des Stuhls, wiedergegeben durch einen Lexikoneintrag, die Repräsentation des Stuhls via Fotografie und seine Realität in Gestalt eines echten Stuhls. Konzeptuell als Designer arbeitet Martino Gamper. «100 Stühle in 100 Tagen» heißt seine Stuhl- Kollektion vom Trödel und Sperrmüll. Die hat der Tiroler zersägt, zerlegt und zerbrochen, um sie in den verrücktesten Kombinationen auferstehen zu lassen. Ob Bänke - sei es in der minimalistischen Kunstwerkversion eines Donald Judd, sei es kühn spitzwinkelig in Gestalt eines Eisberges der Architektin Zaha Hadid - ob Sessel oder Stuhl, die Designer-Arbeiten in der Schau sind ziemlich schräg. Da ist etwa der Sessel von Tom Price, der aus Plastikrohren besteht, die nach hinten wie Tentakel ausgreifen und vorne zur Sitzfläche zusammengeschmolzen wurden. Bunt, poppig und kuschelig sind die ausladend runden Sessel der Campana-Brüder Fernando und Humberto aus Brasilien. Ihr «Cartoon- Stuhl» ist aus unzähligen ineinander verkeilten Mickey-Mäusen zusammengenäht. Das «Bankett» lädt zum Thronen inmitten einer Schar Plüschtiere ein: Schildkröten, Krokodile, Haie und Bären, die von einem Kranz Raubkatzen umgeben sind. Zu sehen sind zahlreiche Kult-Designer wie Ettore Sottsass, von dem ein so «nutz- und sinnloses» Design wie der aus froschgrünen «Linsen» aufgestapelte «Altar» stammt, oder Ron Arad mit zwei seiner «Bodyguards». In diesen blank polierten Kunstwerken kann ihr Besitzer sitzen, sofern er sie zu Fall bringt. Außer Sitzgelegenheiten gibt es weitere «Designart»-Objekte zu sehen. Von Mona Hatoum etwa stammt ein monströser Paravent, den die Künstlerin aus drei monumentalen, messerscharfen Küchenreiben schuf. Frech und witzig zugleich ist nicht zuletzt ein «Küchenmöbel-Teil» des Niederländers Tejo Remy. Der Jung-Designer mit Kult-Status offeriert ein fragiles «Büfett», dessen Schubladen von der Waschmaschine über den Aktenschrank bis zum Besteckkasten per Spanngurt auf einem Haufen gehalten werden. Internet: www.nrw-forum.de |
























































