|
Montag, 25. Mai 2009 um 22:51 Uhr |
|
Mit der «Thronenden Muttergottes», ein Schlüsselwerk des sogenannten Schönen Stils aus der Zeit um 1380, könnten die Staatlichen Museen eine schmerzvolle Lücke schließen. Die Kalkstein-Figur sei die wohl einzige noch auf dem Kunstmarkt verfügbare Madonna ihrer Art, wie die Staatlichen Museen am Montag weiter mitteilten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung die Skulptur für Berlin erworben. Sie wird an diesem Mittwoch offiziell übergeben. Nach der Zerstörung der «Pietà aus Baden» im Jahr 1945, von der nur noch eines der beiden Köpfe erhalten sind, hatte die Skulpturensammlung, die jetzt im Bode-Museum untergebracht ist, kein Hauptwerk des Schönen Stils mehr. Die in Bayern entstandene Figur füge dem Museum im Bereich der deutschen Skulpturen aus dem frühen 15. Jahrhundert eine neue Dimension hinzu. In Süddeutschland waren seit dem 13. Jahrhundert thronend dargestellte Madonnen üblich. Als Material wurde Schwammkalk aus dem Altmühltal identifiziert. Es ist daher wahrscheinlich, dass die nun neu erworbene Figur von einem in Prag ausgebildeten Künstler für einen Bayerischen Auftraggeber gefertigt wurde.
|