| Turing-Preis für Amsterdamer Stedelijk Museum |
|
|
|
| Dienstag, 26. Mai 2009 um 18:19 Uhr | ||
Amsterdam (dpa) - Das Amsterdamer Stedelijk Museum für Moderne Kunst ist mit dem zum ersten Mal vergebenen niederländischen Turing- Preis ausgezeichnet worden. Das Museum, das derzeit umfangreich umgebaut und modernisiert wird, wurde damit für eine Ausstellung gewürdigt, von der es bislang erst den Entwurf gibt. Die Retrospektive von Werken des US-amerikanischen Künstlers Mike Kelley (54) soll zur Wiedereröffnung des renommierten Hauses im Frühjahr 2010 gezeigt werden. Danach wird sie in Paris, Los Angeles - der seit langem wichtigsten Wirkungsstätte Kelleys - sowie in München zu sehen sein. Amsterdams Bürgermeister Job Cohen übergab den nach dem britischen Naturwissenschaftler Alan Turing (1912-1954) benannten Preis am Montagabend dem Museumsdirektor Gijs van Tuyl. Die Auszeichnung, die künftig alle zwei Jahre an ein niederländisches Museum verliehen wird, das einen scheinbar «unerfüllbaren Traum wahr macht», ist mit 450 000 Euro dotiert. Das Stedelijk Museum setzte sich gegen das Van Gogh Museum in Amsterdam sowie das Museum De Lakenhal in Leiden durch. Der in Detroit geborene Performance- und Installationsexperte Kelley gehört zu den meistdiskutierten Künstlern in den USA. In seinen Arbeiten - darunter auch Videos, Zeichnungen und Texte - hat er sich unter anderem mit der Abhängigkeit der Menschen von unterschiedlichen Weltanschauungs- und Glaubenssystemen beschäftigt. Kelleys Kunst wurde als bewusster Gegenentwurf zum Harmoniestreben der Hippie-Generation interpretiert. Berühmt wurde er unter anderem mit «Lärm-Events». Das sind Installationen aus allen erdenklichen Gegenständen, die Geräusche erzeugen - vom Haartrockner bis zur Kettensäge. 2006 erhielt Kelley den Hahn-Preis Köln der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig. Gestiftet wurde der niederländische Turing-Preis - nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Turing-Preis für Leistungen in der Informatik - von Pieter Geelen, dem Gründer des niederländischen Unternehmens für Navigationsgeräte TomTom. Aus dem Gewinn durch den Börsengang von TomTom im Jahr 2006 stellten Geelen und seine Frau Francoise insgesamt 100 Millionen Euro als Grundkapital für ihre eigens geschaffene Turing-Stiftung zur Verfügung. Die Stiftung unterstützt soziale und kulturelle Vorhaben in zahlreichen Ländern - darunter Hilfsprojekte zur Förderung von Bildung und Naturschutz in Afrika und Asien - mit jährlich fünf Millionen Euro. Für Pieter Geelen war Alan Turing schon frühzeitig ein großes Vorbild. Dessen Leistungen als Logiker, Mathematiker und Kryptoanalytiker haben wesentlich zur Entwicklung der Computertechnik und der auf Satelliten gestützten Navigation beigetragen. |
























































