| Große Schau zu Ost-West-Kunst startet in Nürnberg |
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| Mittwoch, 27. Mai 2009 um 05:30 Uhr | ||
Nürnberg (dpa/lby) - Die Arbeit von Künstlern auf beiden Seiten der Mauer stellt die Ausstellung «Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945-89» gegenüber. Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik ist die in Los Angeles konzipierte Schau jetzt zum ersten Mal in Deutschland zu sehen, und zwar im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. «Das ist so ziemlich die erste Ausstellung, die in einem breiten Umfang Kunst aus Ost und West gegenüberstellt», sagte Museumschef Ulrich Großmann am Montag. In Nürnberg werden die 320 Gemälde, Fotos, Installationen und Skulpturen von diesem Donnerstag bis 6. September gezeigt. Ab 3. Oktober folgt Berlin als Station.
Kalter Krieg trifft Kunst - beiderseits der MauerVon Britta Gürke, dpa
Nürnberg (dpa) - «Kunst? Das hat es in der DDR doch nicht gegeben, das war doch alles Staatsdoktrin». Mit solchen und ähnlichen Vorurteilen will die Ausstellung «Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945-89» aufräumen, und gleichzeitig Kunst auf beiden Seiten der Mauer vergleichen. Die umfassende Schau wurde in Los Angeles konzipiert. Ihre erste Station in Deutschland ist von diesem Donnerstag an bis zum 6. September das Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Vom 3. Oktober an ist sie in Berlin zu sehen. «Das ist so ziemlich die erste Ausstellung, die in einem breiten Umfang Kunst aus Ost und West gegenüberstellt», sagt Museumschef Ulrich Großmann. «Es heißt immer: In der DDR gab es keine Kunst, weil sie nicht frei war. Aber es gab da durchaus Möglichkeiten», sagt Roland Prügel, Wissenschaftler am Germanischen Nationalmuseum. Mit Hilfe von 320 Gemälden, Skulpturen, Fotos und Installationen, darunter Werken von Gerhard Richter, Joseph Beuys, Jörg Immendorff, Sigmar Polke oder Werner Tübke, wird Ähnlichkeiten und Unterschieden in Ost und West auf die Spur gegangen. «Es gab natürlich viele Differenzen, aber auch durchaus einige Parallelen», erläutert Prügel. Am Anfang stand über allem das Leid. Das Grauen des erst vor kurzem zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieges sind um 1949 noch allgegenwärtig in der Kunst in Ost und West. Gerhard Altenbourg malt in Ostdeutschland mit «Ecce Homo I» einen sterbenden Krieger über seinen alten Kinderbildern, auf denen er als Junge begeistert Panzer und Soldaten gezeichnet hatte. Richard Peter senior fotografiert Leichen in den Trümmerbergen deutscher Städte. Doch schon mit Beginn der 1950er Jahre beginnt der «harte Kampf um das Menschenbild», wie es Co-Kurator Eckhard Gillen beschreibt. In der DDR wird der Sozialistische Realismus auf die Malerei ausgedehnt. Anders im Westen: «Die abstrakte Malerei und die Befreiung vom Gegenstand war auch eine Ideologie. Wer noch figürlich malte, der wurde mit Skepsis angeschaut», sagt Prügel. So erging es auch Georg Baselitz, nachdem er in Ostdeutschland aus der Akademie ausgeschlossen worden war und im Westen weiter seine Figuren wie etwa den in der Schau gezeigten «Hirten» von 1965 malte. Baselitz setzte sich mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Das tat Anfang der 70er Jahre auch Bernhard Heisig auf der anderen Seite der Grenze. «Das war nicht gerne gesehen», sagt Prügel. Heisig nutzte wie viele Künstler einen Trick. «Er malte auch unverfängliche oder staatskonforme Bilder oder Porträts. Dadurch hatte er ein gewisses Renommee.» Und wurde vom Staat nicht ganz so kritisch betrachtet. Viele Künstler arbeiteten jedoch im Geheimen. Dazu gehört laut Prügel Hermann Glöckner, dessen Arbeiten aus den 1970er Jahren lange versteckt waren. Während im Westen der Kapitalistische Realismus blühte und in den 80er Jahren jede Ideologie infrage gestellt wurde, wurde auch in der DDR durchaus subversiv Kunst gemacht, sagt Prügel. Im Los Angeles County Museum of Art habe die Schau 70 000 Besucher angelockt, sagt Max Barron-Rifkind, der zur Ausstellungseröffnung aus den USA anreiste. Vielleicht wird es den deutschen Besuchern ebenso gehen wie denen in Los Angeles: «Unser Publikum hat die Möglichkeit bekommen, einen Schritt über die übliche Wahrnehmung deutscher Kunst hinauszugehen.» |
























































