| Große Staeck-Retrospektive in der Berlinischen Galerie |
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| Donnerstag, 28. Mai 2009 um 17:46 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Politgrafiker und Plakatkünstler Klaus Staeck wird von Freitag an mit einer großen Retrospektive in der Berlinischen Galerie geehrt. «Manche Sachen sind aktueller als einem lieb sein kann, das macht mich schon nachdenklich», sagte der 71- jährige Heidelberger Künstler, der gerade für eine zweite Amtszeit als Präsident der Berliner Akademie der Künste wiedergewählt worden ist, am Donnerstag in der Ausstellung. Ein Plakat aus früheren Jahren lautet beispielsweise «Die DDR ist tot - Es leben die Akten». Auf einem elf Jahre alten Plakat steht: «Wir machen mit Ihrem Geld, was wir wollen - German Bankers Club». Die bis zum 31. August zu sehende Ausstellung im Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur mit dem Titel «Schöne Aussichten» umfasst neben den Plakaten auch Installationen sowie eine Auswahl aus dem fotografischen Werk des Künstlers sowie eine große Anzahl meist unbekannter Collagen. Parallel dazu wird auch die Schau «John Heartfield: Zeitausschnitte, Fotomontagen 1918-1938» gezeigt. Staeck habe seit Jahrzehnten die gesellschaftspolitischen Debatten und Auseinandersetzungen in der Bundesrepublik maßgeblich mitgeprägt und «Inkunabeln der Republik» geschaffen, «als seien sie erst gestern entstanden», betonte Galeriechef Jörn Merkert. Zu Staecks berühmtesten Werken gehören Plakate wie «Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen!» oder «Ein Volk, das solche Boxer, Fußballer, Rennfahrer und Tennisspieler hat, kann auf seine Universitäten ruhig verzichten».
(Internet: www.berlinischegalerie.de)
Banker, Umwelt und Parteien: Klaus-Staeck-RetrospektiveVon Wilfried Mommert, dpa
Berlin (dpa) - «Die Kunst findet nicht im Saale statt» lautet ein Credo des Politgrafikers Klaus Staeck, der mit seinen Plakaten dennoch schon so manche Saalschlacht ausgelöst hat und dabei auch mal als «Neo-"Stürmer"» angeprangert wurde. «Der Stürmer» war ein rassistisches Hetzblatt der Nazis. Das musste sich der heute 71- jährige Präsident der Berliner Akademie der Künste bei dem legendären «Bonner Bildersturm» 1976 sagen lassen, als empörte Unionsabgeordnete mit dem späteren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger an der Spitze in der Parlamentarischen Gesellschaft Staeck-Plakate von den Wänden rissen. Es seien Politiker in einer Weise «verunglimpft worden, wie wir es seit 1945 in diesem Teil Deutschlands nicht mehr erlebt haben», hieß es damals im Unions-Pressedienst. Jetzt ist dem «Faschisten, Kommunisten, Kinderverderber und Politpornografen» in der Berlinischen Galerie eine große Retrospektive gewidmet, die von Freitag an zu sehen ist (bis 31.8.). Seine künstlerischen Wurzeln sieht Staeck in der Dada-Bewegung der 20er Jahre und der späteren Fluxus-Kunst. Er brauchte immer ein politisches Umfeld für seine Arbeiten. «Ich habe nie für eine Partei oder sonstwen gearbeitet, ich habe immer Demokratiebedarf geschaffen für Leute, die was tun wollten», betont das bekennende SPD-Mitglied, das in früheren Jahren von den Grünen kritisch beäugt wurde («Klaus staeckt mit der SPD unter einer Decke und unterstützt damit den Ausbau der Atomenergie und den Nachrüstungsbeschluss»). Ja, meint Staeck heute dazu, er sei auch von verschiedenen Seiten immer wieder ausgelacht worden, «die das Wort Sozialdemokrat als Makel ansehen, ein Makel, den ich aber gerne trage». «Die 68er Protestbewegung hat mir insofern sehr genutzt, die brauchten damals Material und Bilder», meint Staeck. «Heute haben wir eher eine Zuschauerdemokratie. Und dennoch sind manche meiner Arbeiten aktueller denn je, das macht mich schon nachdenklich.» Galeriechef Jörn Merkert drückt das so aus: «Die Wirklichkeit der Welt ist in einem erschreckenden Maße auf Klaus Staeck zugewachsen.» Ein Plakat aus früheren Jahren lautet beispielsweise «Die DDR ist tot - Es leben die Akten» und wird durch den erst jetzt bekannt gewordenen Stasi-Fall des Benno-Ohnesorg-Schützen Karl-Heinz Kurras aktuell. Und auf einem elf Jahre alten Plakat steht: «Wir machen mit Ihrem Geld, was wir wollen - German Bankers Club». Oder ein Plakat mit dem «blauen Planeten» Erde im All mahnt: «Die Mietsache ist schonend zu behandeln und in gutem Zustand zurückzugeben.» Zu Staecks berühmtesten Werken gehören Plakate wie «Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen!» oder «Ein Volk, das solche Boxer, Fußballer, Rennfahrer und Tennisspieler hat, kann auf seine Universitäten ruhig verzichten». Die bis zum 31. August zu sehende Ausstellung im Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur mit dem Titel «Schöne Aussichten» umfasst neben den Plakaten auch Installationen sowie eine Auswahl aus dem fotografischen Werk des Künstlers (vom tristen Alltag der DDR oder westdeutschen Politikern und Künstlern) sowie eine große Anzahl meist unbekannter Collagen. Parallel dazu wird auch die Schau «John Heartfield: Zeitausschnitte, Fotomontagen 1918-1938» gezeigt. (mittwochs bis montags 10-18 Uhr, Kataloge 24 bzw. 19,80 Euro) |
























































