M.C. Escher „Illusion und Wirklichkeit“
6. Dezember 2009 bis 14. März 2010
„Ich versuche mit meinen Bildern zu verdeutlichen, dass wir in einer schönen, geordneten Welt und nicht, wie es manchmal scheint, in einem normenlosen Chaos leben. Meine Motive sind auch häufig verspielt. Ich kann nicht davon lassen, unseren unumstößlichen Sicherheiten auf der Nase herumzutanzen. Es macht mir beispielsweise Freude wissentlich Zwei- und Dreidimensionalitäten, flach und räumlich, durcheinander zu werfen und sich über die Schwerkraft lustig zu machen.” (M. C. Escher)
Maurits Cornelis Escher (1898 – 1972) nimmt in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Stellung ein. Mit seinem virtuosen Vokabular der optischen Täuschung, der raffinierten Spiegelungen und räumlichen Verschachtelungen baut Escher eine in sich stimmige Bildwelt der Phantasie und Widersprüchlichkeit auf, die durch perspektivische Überlagerungen, den Wechsel zwischen oben und unten, positiv und negativ fasziniert.
Die Wertschätzung von M.C. Escher als Künstler setzte erst in seinen späteren Karrierejahren ein. In erster Linie interessierten sich Mathematiker für seine Werke. So war es kein Zufall, dass Eschers erste große Ausstellung im Jahr 1954 zur gleichen Zeit wie der internationale Mathematikkongress in Amsterdam stattfand. Erst ab den 1950er Jahren wurde Eschers Werk auf der ganzen Welt bekannt. In den 60er und 70er Jahren wurden Eschers Werke gerne als Vorlagen für Plattencover genommen. Plakate seiner Werke machten ihn weltberühmt und sicherten ihm den Rang eines Popstars. Die Optical Art der 60er und 70er Jahre ist stark von seinen Werken beeinflusst worden. Aktuell wird M.C. Eschers Werk auch durch die Tatsache, dass der Kaiserring 2009 in Goslar an Bridget Riley, eine der erfolgreichsten und visionärsten Künstlerinnen der Op Art vergeben wurde.
Eschers Werke sind bisweilen in Gruppenausstellungen zu finden. Die letzte große Präsentation von Eschers Kunst fand 1969 im Bonner Kunstverein statt. Das Osthaus Museum in Hagen präsentiert 130 Arbeiten (Holzschnitte, Lithografien, Mezzotinten) aus knapp 50 Jahren, von 1921 bis 1969. Sie entführen die Betrachterinnen und Betrachter in eine phantastische Welt irrealer Architekturen und Landschaften.
Die visuellen Eindrücke, die Eschers Arbeiten erzeugen, beruhen nicht nur auf mathematischer Logik, sondern auch auf ihrem Unterhaltungswert, denn in vielen seiner Grafiken gibt der Niederländer unvermittelt Bilderrätsel auf, die sogleich von den aufmerksamen Betrachtern gelöst werden: Wie kann eine plane Fläche den Eindruck von Tiefe oder Höhe vermitteln und dabei immer noch eben wirken? Wie kann etwas gleichzeitig innen und außen oder konvex und konkav sein?
Mit seinem virtuosen Vokabular der optischen Täuschung, der raffinierten Spiegelungen und räumlichen Verschachtelungen baut Escher eine in sich stimmige Bildwelt der Phantasie und Widersprüchlichkeit auf, die durch perspektivische Überlagerungen, den Wechsel zwischen oben und unten, positiv und negativ fasziniert.
Möglich wurde diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Herakleidon-Museum, Athen, aus dem wir alle Werke für die Dauer von 14 Wochen erhalten, sowie der M.C. Escher Foundation, Baarn (Holland).
Dr. Tayfun Belgin
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