| Adolf Luther Licht sehen |
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| Donnerstag, 05. November 2009 um 14:00 Uhr | ||
Das Licht als eine Wirklichkeit dieser Welt sichtbar, geradezu physisch erlebbar zu machen, war das große Thema seiner Kunst. Der Krefelder Künstler Adolf Luther (1912 – 1990) wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine Glas- und Hohlspiegelobjekte und seine Architektur-Integrationen u.a. in München (Olympiastadion), Rom (Goethe-Institut), Berlin (ICC), Düsseldorf (Tonhalle) sowie in zahlreichen öffentlichen Gebäuden der Bundesrepublik international berühmt.
Er gehörte zusammen mit den Künstlern der Düsseldorfer Zero-Gruppe zu einer europäischen Avantgardebewegung, die traditionelle Bildformen über Bord warfen und mit neuen Techniken, Materialien und Themen wie Licht, Raum und Bewegung die Kunst revolutionierten. Vorbild für die zeitgenössische Lichtkunst heute.
Die Luther-Ausstellung im Osthaus Museum Hagen, die in Kooperation mit der Adolf-Luther- Stiftung, Krefeld entstanden ist, zeigt ausgewählte Werke des Künstlers seit 1960. Dazu gehören die frühen sogenannten „Entmaterialisierungen“ von 1960, reliefartige Materiebilder, die auf ihrer strukturierten Oberfläche, das Licht als ein Wechselspiel von Licht und Schatten sichtbar machen, dazu gehören die klassischen Lichtobjekte Luthers aus Glas und konkav und konvex gewölbten Spiegeln, aber auch frühe und selten gezeigte Objekte aus dem Werkstoff Aluminium, die sogenannten „Raumblenden“ von 1964.
Auf die großzügige Ausstellungssituation im neuerrichteten Hagener Museum antwortet die Luther-Ausstellung mit den großen Integrationen des Künstlers: „Sphärische Hohlspiegelwände“, „Lichtstelen“ und „Prismenobjekte“, die den Raum in einen lichterfüllten Energiebereich transformieren. „Der Raum ist nicht leer sondern voller Licht. Die durch den Raum eilende Lichtenergie führt Bilder mit sich … Ich sehe das Licht als eine transoptische Substanz unbegrenzter Bildhaltigkeit“. (Adolf Luther). Adolf Luther, der Künstler des „Lichts“ charakterisierte seine Werke selbst als Instrumente des Sehens.
Adolf Luther, 1912 in Krefeld-Uerdingen geboren, hat nie eine Kunstakademie besucht. Er war von Hause aus Jurist und künstlerischer Autodidakt. Ende der 50er Jahre gibt er seinen bürgerlichen Beruf als Richter auf und widmet sich ausschließlich der künstlerischen Karriere. Ende 1962, im künstlerischen Klima von Objekt- und Aktionskunst, Environment und Installation, entstehen seine ersten Lichtobjekte aus zerschlagenem Glas, die das Licht auffangen und an den Bruchkanten aufleuchten lassen.
Ab Mitte der 60er Jahre übernehmen optisch hochwertige Materialien wie Brillengläser, Prismen und konkav und konvex gewölbte Hohlspiegel die Funktion, das Licht im Raum sichtbar zu machen. Ende der 60er Jahre werden Rauch und Laser zusätzliche Medien seiner Arbeit. Zahlreiche seiner Werke sind integraler Bestandteil von Architektur in öffentlichen Räumen. Hinter der „Idee der energetischen, immateriellen Plastik“ aus Licht und Bewegung, stand eine Weltanschauung, die den mitwirkenden Betrachter in den Mittelpunkt einer „herrschaftsfreien Kunst“ stellen sollte. Luthers Standpunkt als Theoretiker, Realist und Minimalist bietet heute konkrete Ansatzmöglichkeiten für eine Neuformulierung dieser Gedanken und Ziele.
Magdalena Broska |
























































