| Historiker klärt Irrtum über Schwedengemälde auf |
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| Donnerstag, 05. November 2009 um 14:04 Uhr | ||
Von Martina Rathke, dpa
Greifswald (dpa/mv) - Zwei Gemälde aus der Sammlung der Erben von Franz zu Putbus sind als Dauerleihgaben an das Pommersche Landesmuseum gegangen. Die Bilder mit Darstellungen schwedischer Herrscher aus dem 18. Jahrhundert stammen aus dem Anfang der 1960er Jahre abgerissenen Schloss Putbus auf Rügen, wie der Historiker Stefan Fassbinder am Donnerstag der dpa sagte. Bei der genauen Untersuchung der Bilder klärte der Historiker zudem einen jahrhundertealten Irrtum auf. Bei dem männlichen Porträtierten handele es sich nicht - wie bisher immer angenommen - um Adolf Friedrich, sondern seinen Vorgänger Friedrich I. Er war zwischen 1720 und 1751 König von Schweden, seine Ehe blieb kinderlos, so dass der schwedische Reichstag Adolf Friedrich zu seinem Nachfolger wählte.
«Stutzig gemacht hat mich das Aussehen des Schwedenkönigs», berichtete Fassbinder. Die Darstellung habe nicht zu den anderen zeitgenössischen Porträts Adolf Friedrichs gepasst. Darüber hinaus trage der dargestellte Monarch eine Perücke, die zur Zeit der Herrschaft Adolf Friedrichs bereits aus der Mode gekommen sei. Endgültige Gewissheit brachte dann die Entdeckung der Signatur, die das Gemälde als Werk des Malers Georg Engelhard Schröder auswies, wie der Historiker sagte. Schröder war zwischen 1740 und 1750, also während der Herrschaft Friedrichs I., in Stockholm tätig. Dass man den Dargestellten über lange Zeit für einen anderen hielt, hängt mit dem Pendant auf dem zweiten Bild zusammen. Dieses Ganzkörperporträt zeige zweifelsfrei Luise Ulrike von Preußen (1720-1782), die Gemahlin von König Adolf Friedrich, sagte Fassbinder. «Man hielt die beiden Personen also lange Zeit für ein Ehepaar.»
Die beiden lebensgroßen Porträts sollen nun in dem neuen Ausstellungsabschnitt des Pommerschen Landesmuseums einen Ehrenplatz erhalten. Die Abteilung zur wechselvollen Geschichte Pommerns von 1615 bis 1914 - also während der Schweden- und Preußenzeit - soll im kommenden Jahr eröffnet werden. Dass die herausragenden Stücke aus dem früheren Fürstenschloss nun in der Ausstellung präsentiert werden können, sei ein Glücksfall.
Das im Auftrag von Stadtgründer Malte zu Putbus zwischen 1827 bis 1832 errichtete Schloss hatte den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden. Nach der Flucht der Fürstenfamilie begann jedoch die Plünderung des nach Entwürfen des Berliner Architekten Steinmeyer errichteten Baus. Vor dem Abriss des Fürstenschlosses Anfang der 60er Jahre gingen die Bilder als DDR-Eigentum nach Potsdam, wo sie mit anderen Kunstwerken aufbewahrt wurden, wie der Ausstellungskurator Fassbinder sagte. Erst nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes wurden die Werke wieder der Familie zu Putbus zurückgegeben, die diese nun als Dauerleihgabe an das Pommersche Landesmuseums gab. |
























































