| Kunstsammlungen bekommen 44 000 Euro zusätzlich für Provenienzforschung |
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| Freitag, 06. November 2009 um 19:26 Uhr | ||
Generaldirektor Professor Martin Roth: „Kunstsammlungen sind bei Provenienzrecherche in der Pflicht“
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bekommen zusätzlich rund 44 000 Euro* an Bundesmitteln für die Provenienzrecherche. Darüber informiert heute der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Martin Roth. Damit könne nun die Herkunft von rund 1200 Druckgraphiken und Zeichnungen aus dem Kupferstich-Kabinett geklärt werden. Die Arbeiten waren im Zusammenhang mit dem Sonderauftrag Linz in den letzten Kriegsmonaten nach Dresden gekommen und hier geblieben. „Diese Drucke und Zeichnungen liegen im Kupferstich-Kabinett. Bisher ist ungeklärt, woher sie kamen, wie sie nach Dresden gekommen und warum sie hier geblieben sind“, so Prof. Gilbert Lupfer, verantwortlicher Leiter für Provenienzrecherche bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es sei vollkommen unklar, ob es sich dabei um einen normalen Ankauf oder um Raubkunst handle. Zwar seien einige der Blätter mit holländischen Herkunftsverweisen versehen, man wisse aber nicht, ob dies für alle Blätter gleichermaßen gelte.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich zumindest bei einigen Blättern um jüdisches Eigentum, so SKD -Generaldirektor Martin Roth. Allerdings gehe es im Zusammenhang mit dem Sonderauftrag Linz nicht ausschließlich um Raubkunst oder beschlagnahmte Sammlungen. In einigen Fällen seien Kunstwerke auch regulär angekauft worden, oder erpresst von Menschen, die damit ihre Flucht finanzieren mussten. „Die Kunstsammlungen sind hier in der Pflicht, nicht allein wegen der Washingtoner Erklärung.“ Um bei der Herkunftsrecherche vorwärtszukommen, müsse man im Bundesarchiv in Koblenz oder in Amsterdamer Archiven recherchieren. Dafür hätten die SKD in den vergangenen Monaten nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.
Mit dem Geld könne nun eine zusätzliche Stelle mit einem Spezialisten besetzt werden, der sich ein Jahr lang in den Archiven forschen könne, so Prof. Lupfer.
*Das Geld wird von der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche und -forschung beim Institut für Museumsforschung in Berlin bereitgestellt. Geldgeber ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Eine 50prozentige Co-Finanzierung erfolgt durch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. |
























































