| Breschnew und Honecker küssen sich wieder in Farbe |
|
|
|
| Freitag, 06. November 2009 um 19:35 Uhr | ||
Von Anna Wahdat, dpa
Berlin (dpa) - Mit bunten, kräftigen Farben erstrahlt die Berliner East Side Gallery in neuem Glanz. Monatelang war die im Lauf der Jahre blass gewordene Open-Air-Galerie restauriert worden. Jetzt erleben Bilder wie der «Bruderkuss» zwischen SED-Chef Erich Honecker und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew oder der Trabi, der die Mauer durchbricht, eine farbenfrohe Renaissance. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte den neu bemalten Mauerstreifen am Freitag als wichtiges Dokument für zukünftige Generationen.
«Nach dem Mauerfall vor 20 Jahren waren wir die glücklichsten Menschen», und daran solle diese Galerie erinnern, sagte Wowereit. Er hob zudem ihre große Bedeutung für den Tourismus hervor: Für viele Besucher Berlins sei die East Side Gallery ein wichtiger Programmpunkt. Grund für ihren großen Erfolg seien auch die unterschiedlichen und internationalen Sichtweisen der Künstler auf den Mauerfall vor 20 Jahren.
Die 1,3 Kilometer lange Galerie ist der längste erhaltene Rest der Berliner Mauer und wird auch die längste Open-Air-Galerie der Welt genannt. Als das «schönste Monument Deutschlands» bezeichnete sie der Maler des Bildes «Mauerspringer», Gabriel Heimler. Das Besondere sei, dass alle Bilder dieselbe Botschaft trügen: Freiheit. 118 Künstler hatten den Mauerrest im Jahr nach der Wende bemalt. 94 von ihnen kamen für die Restaurierung wieder nach Berlin. Bis auf wenige noch weiße Stellen wurden alle der 106 Motive wieder hergestellt, heißt es von den Veranstaltern der Künstlerinitiative East Side Gallery.
20 Jahre nach dem Mauerfall erinnerte der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), aber auch an die Angst und den Terror, den das Grenzsystem über die Menschen gebracht hat. «An diesem Ort waren viele Todesopfer zu beklagen.» Der Künstler Andy Weiss, der 1990 und 2009 das Bild «Geistreise» gemalt hat, sagte: «Die Farbe nimmt der Mauer den Schrecken und macht sie dadurch erträglich.»
Unmittelbar vor Beginn der Ansprachen sorgte ein Auftritt von Demonstranten für Unruhe. Mit Tüchern und Plakaten stürmten sie die Bühne und skandierten mit Sprechchören gegen die Stadtpolitik an der Spree. Erst nach massivem Eingreifen der Veranstalter und einiger Künstler verließen sie die Bühne. Tags: f
|
























































