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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Zeichen des Unheils? - 500 Jahre alte Wal-Darstellung entdeckt PDF Drucken E-Mail
Freitag, 06. November 2009 um 19:37 Uhr

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Von Martina Rathke, dpa

 

Greifswald (dpa/mv) - Völlig überraschend sind Restauratoren im Greifswalder Dom auf die Darstellung eines sieben Meter langen Wals gestoßen. Bei der Suche nach mittelalterlichen Wandfresken entdeckten sie erste Reste der fast 500 Jahre alten Walsilhouette, wie Dompfarrer Matthias Gürtler am Freitag sagte. Die Darstellung steht im Zusammenhang mit einem Schwertwal, der am 30. März 1545 in Greifswald-Wieck angespült wurde. «Der Wal wurde quasi dem Meer des Vergessens entrissen», sagte Gürtler. Denn dass sich ein Meeresriese unter dem Putz der Kirchennordseite von St. Nikolai verbarg, war den Restauratoren und dem langjährigen Dompfarrer unbekannt. Nur alte, in Vergessenheit geratene Überlieferungen gaben einen leisen Verdacht.    

 

Nun scheinen sich diese alten, bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Quellen zu bestätigen, wie der Kirchenhistoriker Irmfried Garbe sagte. Diesen Schriften zufolge sollen alle drei Greifswalder Kirchen nach dem Fund des ungewöhnlichen Meeresriesen am Strand von Greifswald-Wieck mit einer Waldarstellung und entsprechenden Deutezeilen versehen worden sein. Der Wal in St. Marien ist seit längerem bekannt und kann auch besichtigt werden. Ob in der dritten Backsteinkirche von Greifswald - St. Jakobi - ebenfalls eine Zeichnung zu finden ist, ist weiter offen. Die Dimension des Fundes können die Historiker noch nicht abschätzen. Zumindest für den vorpommerschen Raum seien diese Darstellungen einzigartig, sagte Garbe.    

 

Wal-Darstellungen in Kirchen sind eigentlich nichts Ungewöhnliches. In späterer Zeit taucht der Wal im Zusammenhang mit der Jona-Geschichte als Symbol der Rettung und der Hoffnung auf, wie Garbe erklärte. Doch in diesem Falle scheine diese Deutung nicht angebracht. Die in den historischen Schriften zitierten Zeilen unter dem Wal deuten darauf hin, dass man das riesige Meerestier als Zeichen des Unheils interpretierte - ob das tatsächlich stimmt, ist unklar. Denn die Schrift unter dem einzigen bisher vollständig freigelegten Wal in St. Marien wurde - aus welchen Gründen auch immer - später entfernt. Umso mehr richten die Experten nun ihren Fokus auf die Darstellung in St. Nikolai.    

 

Für die Fischer, die im Frühling 1545 den Wal entdeckten, muss der Fund des 7,30 Meter langen Riesen ein Schock gewesen sein. Wie ein Lebewesen «aus einer anderen Welt» sei den Menschen, die damals nur die Heringe und unterarmlange Dorsche kannten, das Monstrum vorgekommen, sagte Garbe. Der Fund wurde als unheilbringendes Zeichen Gottes interpretiert. Garbe nimmt an, dass die Zeichnungen ein oder zwei Jahre nach dem Fund aufgebracht wurden - mit dem Tod des großen Reformators Luther im Jahr 1546 hatte sich das Unheil bestätigt.    

 

Ob der Wal vollständig freigelegt werden kann und dann wie in St. Marien zu sehen sein wird, ist völlig offen. Der Erhaltungszustand der Wal-Zeichnung bereitet der Restauratorin Annekathrin Hippe Sorgen. Der Zustand sei sehr schlecht, sagte Hippe. Zudem liegen unter der Walzeichnung mittelalterliche Fresken, die zu einer größeren Darstellung gehören und möglicherweise auch sehr bedeutend sind.



Tags: wal  garbe  fund  darstellung  
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