| Schulte-Wülver verlässt Museumsberg in «Unruhestand» |
|
|
|
| Sonntag, 08. November 2009 um 06:42 Uhr | ||
Flensburg (dpa/lno) - Unpassender als mit «Ruhestand» lässt sich der Abschied von Ulrich Schulte-Wülver als langjähriger Leiter des Museumsbergs Flensburg kaum beschreiben. «Ich brauche die Arbeit», sagte der 64-Jährige in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. Nach fast 35 Jahren - 26 davon als Direktor - verlässt Schulte-Wülver Ende November den Museumsberg. Von Dezember an will er sich den Aufgaben als Aufsichtsratsvorsitzender des Museums Kunst der Westküste auf Föhr und als Berater für ein Textil-Museum im Himalaya- Staat Bhutan widmen sowie weiter ehrenamtlich für ein Museum in Keitum auf der Nordseeinsel Sylt arbeiten.
In Alkersum auf Föhr sollte er sogar Museumsleiter werden. Durch den Verbleib von Gründungsdirektor Thorsten Sadowsky wurde Schulte- Wülver zum Aufsichtsratschef. «Ich bin für den Einkauf von Objekten zuständig», betonte er.
In Michael Fuhr sei der richtige Nachfolger für ihn gefunden worden, betonte Schulte-Wülver. «Es hat viel Tempo und klare Vorstellungen. Er wird das Haus in eine erfolgreiche Zukunft führen.» Fuhr ist bereits seit Anfang November in Flensburg und wird von Schulte-Wülver eingearbeitet. Es gehe für ihn vor allem darum, dem «Neuen» die Chancen und Probleme darzulegen und hilfreiche Adressen an die Hand zu geben. «Er wird seinen Weg gehen.» Auf Fuhr käme mit der rund drei Millionen Euro teuren Sanierung des Sauermann-Hauses eine große Aufgabe zu. «Das ist auch eine große Chance.»
1975 kam Schulte-Wülver als stellvertretender Direktor an den Museumsberg. «Damals war ich der jüngste, heute bin ich der älteste hier», sagte er. Rund 400 Ausstellungen hat er seitdem betreut. 1983 übernahm er die Leitung. «Der Museumsberg hat sich grundlegend gewandelt: Vom beschaulichen Haus mit überwiegend lokaler Bedeutung zu einem renommierten Regionalmuseum.»
Schulte-Wülver hat sich besonders mit der Künstlerkolonie Egensund beschäftigt und dazu auch Bücher herausgebracht. «Ich habe es mir nicht nehmen lassen, zu forschen», konstatiert er. Zu den Höhepunkten zähle die Ausstellung «Sehnsucht nach Arkadien», die 2010 in Hamburg gezeigt werde. Dort werden rund rund 70 Künstler aus Schleswig- Holstein vorgestellt, die in einem Zeitraum von 100 Jahren nach Italien gereist sind. «Ich habe immer auf einen regionalen Bezug geachtet», betonte er.
Ein Abschiedsgeschenk hat sich Schult-Wülver selbst gemacht: Noch bis zum 10. Januar ist die Ausstellung «Bürgerstolz und Sammlerglück» zu sehen. Sie zeigt Schenkungen und Ankäufe aus den vergangenen 30 Jahren. Zu sehen sind vor allem Stücke aus der Flensburger Stadtgeschichte: vom Schwert eines Scharfrichters aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Kurbel der letzten Flensburger Straßenbahn.
(Gespräch: Timo Lindemann, dpa) Tags: w
|
























































