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Sonntag, 08. November 2009 um 18:30 Uhr |
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Mattijs Bredewold / Tamara Lorenz / Ulrike Möschel / Max Schulze / Sebastian Wickeroth
In ihrer Ausstellung zum Jahresabschluss zeigen fünf der Ringenberg-Stipendiaten 2009 neue installative Arbeiten in den barocken Schlossräumen. Inspiriert von den am Niederrhein verbreiteten Überlandleitungen hat Ulrike Möschel (Düsseldorf) einen mit Traversen bewehrten, weiß lackierten Strommasten im Raum verkeilt, dessen Leitungsdrähte die Wand durchstoßen. Ästhetisch transformiert gewinnen vertraute Alltagszusammenhänge in den Arbeiten Ulrike Möschels eine fragile, nahezu elegante Schönheit. Tamara Lorenz (Köln) positioniert in der Ausstellung fünf Objekte, deren Auftritt zwischen Protagonisten, Bühnen, Modellen oder Möbeln pendelt. Als hätten sie unscheinbare, poetische oder absurde Beobachtungen ihrer Erlebniswelt objekthaft eingefangen, öffnen sie sich anrührend medialisiert in einer Art Zeigegestus auf ihr Gegenüber, den Betrachter. In Mattijs Bredewolds (Zwolle) Installation "Art is just a three letter word" aus bunten Keramik- buchstaben kulminieren die grundsätzlichen Fragen nach Entstehung, Bedeutung und Erkenntnisgewinn von Kunst mit vordergründiger Faktizität plakativ auf der Wand – ein Aphorismus, der sich absurd annagrammatisch aus sich selbst speist. Die großformatige Bodenarbeit von Sebastian Wickeroth (Düsseldorf) aus glänzend-schwarz bespannten Rahmenmodulen setzt der architekto- nischen Schwere des Rittersaales eine dünnwandige, reflektierende Körperlichkeit entgegen und wird unter Verlust ihrer eigenen farbigen Festlegung zum Resonanzköper einer ästhetischen Welt geometrischer Leichtigkeit und ephemerer Konstruktionen. Die Malerei von Max Schulze (Düsseldorf) laboriert mit den Verhältnissen von Bildraum, Umgebungsraum und imaginiertem Raum. Geleitet von musikalischen Eindrücken entstehen auf disparaten, zum Teil durchbrochenen Malgründen camouflageartige Farbwelten, deren mitunter stenographisch anmutendes Vokabular auf den Bildträgern selbst weder eindeutig abstrakt noch gegenständlich erscheint und sich erst im Moment der Entgrenzung zu figurieren vermag.
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