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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Kunst & Kultur

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80 Werke von Mund- und Fußkünstlern PDF Drucken E-Mail
Montag, 09. November 2009 um 06:24 Uhr

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Stuttgart (dpa/lsw) - Vielseitig und oft farbenfroh: Rund 80 Werke von Mund- und Fußmalern aus aller Welt sind ab diesem Montag im Stuttgarter Rathaus zu sehen. Die Spanne der Arbeiten, die die Vereinigung mund- und fußmalender Künstler (VDMFK) ausgewählt hat, reicht von Aquarellen und abstrakten Werken bis zu Kubismus und Popart. Viele Arbeiten zeigen Landschaften und markante Gebäude, auch aus dem Südwesten. Offiziell eröffnet wird die Schau, die bis zum 26. November geplant ist, an diesem Donnerstag (12.11.). Wer die deutschen Künstler gern bei der Arbeit erleben möchte, hat dazu an diesem Freitag (13.11.) zwischen 11 und 16 Uhr Gelegenheit.

 

 

«Ich habe oft den Pinsel in die Ecke geschmissen»

Von Wenke Böhm, dpa

 

 

Stuttgart (dpa/lsw) - «In der ersten Zeit wollte ich mich so oder so umbringen. Da habe ich nur gemalt, um nicht blöd in der Ecke rumzusitzen.» Nur ungern denkt Lars Höllerer an den Tag vor rund 18 Jahren zurück, an dem sein Leben sich schlagartig änderte. In einer abschüssigen Kurve am Gehrenberg bei Markdorf (Bodenseekreis) rutscht das Motorrad unter ihm weg. Als der sportliche 22-Jährige wieder zu sich kommt, ist er vom Hals abwärts gelähmt. Selbst die winzigsten Dinge muss er mühsam lernen. Was als Zeitvertreib beginnt, wird für ihn bald Hoffnung und Passion: die Mundmalerei. Zusammen mit den Werken anderer mund- und fußmalender Künstler sind seine Bilder von diesem Montag an im Rathaus in Stuttgart zu sehen.   

 

Wie schwer die Anfänge waren, sieht man seinen Arbeiten nicht an. «Ich habe oft den Pinsel in die Ecke geschmissen, weil etwas nicht klappte», erzählt der 40-jährige Überlinger (Bodenseekreis). Die Fortschritte sind zunächst winzig. Doch trotz Schmerzen und Rückschlägen gibt der Patient nicht auf. Im Gegenteil: 1997 besucht er eine Kunstakademie - und schon zwei Jahre später wird die Vereinigung der mund- und fußmalenden Künstler (VDMFK) durch einen Zeitungsartikel auf ihn aufmerksam. Er bekommt ein Stipendium und wird später Mitglied. Seitdem haben seine Aktporträts und die an Pop Art erinnernden Städtebilder bereits halb Europa bereist.   

 

Höllerers Künstlerkollege Thomas Kahlau nennt die zehn Jahre nach seinem Unfall auch seine «Eiszeit». Er ist vom Hals abwärts gelähmt, seit er mit 15 Jahren einen Kopfsprung in zu flaches Wasser gemacht hat. Der Anfang war hart für den Potsdamer: «1976 gab es in der DDR keine Hilfsmittel.» Umso dankbarer sei er seinem Vater, der ihm den ersten Schreibtisch gebaut habe. «Die Malerei ist ein Strohhalm, an den man sich klammert. Man ist ja sonst total eingeschränkt», erzählt der 48-Jährige. Von den Möglichkeiten, die sich für ihn durch Maueröffnung und VDMFK ergeben haben, schwärmt er. Mit einem langen Mundstück und einer magnetgesteuerten Staffelei malt er inzwischen problemlos auch größere Bilder. In Stuttgart stellt er jedoch kleinere mundgemalte Aquarelle aus.   

 

Antje Kratz hat ein Leben mit Händen nie kennengelernt. Als Contergan-Opfer ist es für die 48 Jahre alte Frankfurterin selbstverständlich, alle Handgriffe mit dem Fuß zu erledigen. Und so nimmt sie auch den Pinsel zwischen die Zehen, wenn sie ihre Landschaften in Öl malt. Sie trauert nicht um Tätigkeiten, die ihr verwehrt sind. «Malen ist das, was ich machen möchte - mein Lebensziel», sagt sie. Ihr Vorbild ist Emil Nolde, der «auch vieles mit Farben ausgedrückt hat».   

 

Die Künstler-Vereinigung, die rund 80 ausgewählte Werke ihrer Mitglieder in Stuttgart präsentiert, ist für alle drei ein Segen. «Ich sage immer, wir sind eine Künstlerfamilie», betont Kratz. 750 Mitglieder und Stipendiaten zählt die Organisation weltweit. Mindestens so wichtig wie das Miteinander: Sie bietet ihren Mitgliedern eine finanzielle Grundversorgung - im Ausgleich dafür, dass sie die Werke etwa auf Karten und Kalendern abbilden darf. Mitglied kann nicht jeder werden - die Qualität der Arbeiten ist maßgeblich. «Es ist keine Wohltätigkeitsorganisation, sondern ein Selbsthilfeverein», betont Kahlau.   

 

Höllerer ist überzeugt: «Dass ich der Vereinigung beigetreten bin, war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.» Jetzt müsse er nicht mehr von Sozialhilfe leben. Dies sei wichtig für das Selbstwertgefühl. Die Organisation sei als Arbeitgeber «einfach spitze», weil die Entscheidungsträger alle selbst Betroffene seien. Sie hätten Verständnis dafür, wenn es ihm gesundheitlich mal nicht möglich sei, zu malen. Das Gehalt, das gleichgesinnte Umfeld und nicht zuletzt die positiven Reaktionen auf seine Werke tun dem Künstler gut. «Ich bin jetzt wirklich selbstbewusst, vielleicht noch mehr als vor dem Unfall.»



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