| Roth: Europas Museen müssen nach China |
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| Montag, 09. November 2009 um 14:23 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Der kulturelle Austausch mit dem sich rasend schnell entwickelnden China ist aus Sicht des Kulturwissenschaftlers Martin Roth ein Zukunftsfeld für die Museen in Europa. «Für die europäische Kunst und Kultur ist es ein Muss, sich dort zu präsentieren», sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. In einer Modernisierungswelle entstünden dort gerade Hunderte Museen, Theater, Konzerthäuser und damit zig Chancen zur Kooperation. «Darunter sind viele, die sich für die abendländische Kultur interessieren», sagte Roth.
Die machtvolle Trias aus Dresdner Kunstsammlungen, den Staatlichen Museen zu Berlin und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München bereitet gemeinsam die deutsche Ausstellung «Die Kunst der Aufklärung» 2010 im neuen Nationalmuseum in Peking vor. Die seit rund zehn Jahren laufende Zusammenarbeit der Dresdner mit den chinesischen Kollegen ist langfristig angelegt. Es gehe um Austausch von Wissenschaftlern und Restauratoren ebenso wie um Kooperationen im Bereich von Technik und Medien und selbstverständlich Ausstellungsprojekte.
«Wir haben in den vergangenen Jahren durch unsere Präsenz für uns und Deutschland geworben», sagte Roth. Ausstellungen und gemeinsame Projekte hätten Vertrauen gebildet und das Interesse am anderen geweckt. «Dabei können wir auf historische Traditionen, aber auch Verbindungen aufbauen, die schon zu DDR-Zeiten geknüpft und gepflegt wurden.» Nach der Wende hätten die Kunstsammlungen die Türen für deutsche Museen aufgestoßen. «Dresden war Türöffner für deutsche Museen.» Er selbst habe nur positive Erfahrungen mit Verantwortlichen im Reich der Mitte gemacht. «Die Kollegen sind äußerst verlässlich, sehr humorvoll und neugierig auf zukünftige Themen», beschrieb Roth deren Mentalität.
«Die wissenschaftliche Neugier, die uns entgegengebracht wird, ist phänomenal», sagte Roth. Dabei helfe das sehr hohe Bildungsniveau in China und das extreme Engagement der jungen Leute, sich eine neue Zukunft zu schaffen. Von administrativer Seite des kommunistischen Landes habe er bisher nur Unterstützung erlebt. Im Umgang mit den Chinesen sei vor allem Feingefühl notwendig, Kritik in aller Öffentlichkeit unangemessen. «Wir strecken die Hand aus statt den Zeigefinger zu heben», sagte Roth. Es gehe um Vertrauen und Gespräche statt um Pauschalkritik. |
























































