| Kommission soll über Kulturgüter wachen |
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| Dienstag, 10. November 2009 um 19:19 Uhr | ||
Stuttgart (dpa/lsw) - Die Landesregierung will den Verkauf von hochrangigen Kulturgütern besser kontrollieren. Eine neue Grundsatzkommission sollten die Interessen des Landes wahren, kündigte Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Dienstag in Stuttgart an. Wann immer ein bedeutendes Kulturgut aus Privatbesitz etwa eines Adelshauses verkauft werde, prüfe das Gremium das im Kulturgüterschutzgesetz verankerte Vorkaufsrecht des Landes. Auch wenn das Land dieses dann nicht nutzen wolle, so könne es den Verkauf doch nur unter Auflagen genehmigen - etwa um das Kulturgut für Ausstellungen oder für die Forschung zu sichern.
Anlass war der kürzlich bekanntgewordene, geplante Verkauf von vier Kulturgütern durch das Adelshaus Waldburg-Wolfegg (Kreis Ravensburg). Die Kulturgüter seien nicht hinter dem Rücken des Landes verkauft worden, bestätigte Kunstminister Peter Frankenberg (CDU), sondern befänden sich noch an Ort und Stelle. Prüfungen des Landes hätten ergeben, dass nur eines - eine aktuell im Ulmer Museum ausgestellte spätgotische Tafel von Hans Multscher - so wertvoll sei, dass das Land bereit sei, es zu erwerben.
Bei den drei weiteren Kulturgütern habe der Expertenrat ergeben, dass ein Ankauf durch das Land «nicht sein muss», wie Frankenberg sagte. Es handelt sich dabei um den «Kleinen Klebeband» mit mittelalterlichen Zeichnungen unter anderem vom Hans Holbein d.Ä., das «Gebetbuch des Bauernjörg» und die Handschrift «Ptolemaeus Cosmographia» aus dem 15. Jahrhundert. «Wir haben ähnliche Stücke in der Sammlung des Landes», betonte Frankenberg. «Wir werden nicht etwas erwerben, was nicht sein muss.»
Vor zwei Jahren hatte es einen Streit zwischen Johannes Fürst von Waldburg-Wolfegg und dem Land gegeben, nachdem dieser mit dem mittelalterlichen Hausbuch von Waldburg ein Kulturgut von nationaler Bedeutung ohne vorherige Genehmigung verkauft hatte. Das Land segnete den Verkauf an einen Sammler aus Bayern erst nachträglich ab. Der Wert des Hausbuchs, das etwa 300 Jahre im Besitz des Adelshauses war, wird auf 20 Millionen Euro geschätzt. |
























































