| Festival belebt Tradition der Bauhaus-Bühnen |
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| Donnerstag, 12. November 2009 um 19:30 Uhr | ||
Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Die Anfang des 20. Jahrhunderts stark genutzte Bühne des Bauhauses soll mit einem Tanz- und Performance- Festival wieder mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Unter dem Motto «Figurenräume - Raumfiguren» werden vom 20. November bis zum 5. Dezember internationale und deutsche Tanzgruppen sowie Performance- und Medienkünstler in Dessau-Roßlau erwartet. Das Bühnenprogramm reiche vom Solotanz bis zum einst von Bauhausstudenten entwickelten «mechanischen Ballett», sagte der künstlerische Leiter des Festivals, Burghard Duhm, am Donnerstag in Dessau-Roßlau. Bei dieser Form des Balletts verwandeln sich die Werke der Bauhaus-Maler in «lebendige» Bühnenobjekte. In vielen Aufführungen sollen Theaterformen wiederbelebt werden, die an der Bauhausbühne entstanden.
Das Festival sei der Schlusspunkt der Feierlichkeiten zum 90- jährigen Bestehen des Bauhauses, sagte der Sprecher der Stiftung Bauhaus Dessau, Ingolf Kern. «Es verbindet Aspekte der Geschichte der Bühne mit Fragen der Gegenwart.» Die Aufführungen seien nicht nur auf der als «Laboratorium für Bewegungskunst» bedeutsamen Bühne der weltbekannten Hochschule für Gestaltung zu sehen, sondern auch in der Marienkirche, in den Meisterhäusern und am Anhaltischen Theater.
Zur Eröffnung wird eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Theater uraufgeführt: «supremalevich - eine [funk]-oper in fünf Akten oder "fünf Arten Kasimir Malewitsch zu loben".» Die Tanz-, Sprech- und Gesangsperformance, die im Internet übertragen werden soll, bezieht sich auf die sowjetische Theateravantgarde der 1920er Jahre. Zum Festival-Programm gehören Workshops, Sonderführungen und Vorträge.
Auf der Dessauer Bauhausbühne, die als Mensa und Aula genutzt wurde, wurden unter der Regie von Bauhausmeister Oskar Schlemmer (1888-1943) einst avantgardistische und experimentelle Werke entwickelt und aufgeführt. Sie hatten meist einen Bezug zur Malerei.
Die Bauhausbühne
Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Das vom Architekten Walter Gropius (1883- 1969) gegründete Bauhaus hatte seit 1922 eine eigene Bühne. Sie wurde von 1923 an vom Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer (1888-1943) geleitet. Der Maler stand auch selbst auf der Bühne. Die Mitwirkung in der Bühnen-Werkstatt war für die Studenten der Hochschule für Gestaltung freiwillig. Die Bühne wurde zu einem Sammelbecken der Multitalente: Auf ihr standen Architekten, die auch singen und tanzen konnten.
Zum Ensemble gehörte etwa Lux Feininger, der Sohn von Lyonel Feininger. Auch Gastspiele bekannter Künstler der damaligen Zeit gab es am Bauhaus, etwa von Gret Palucca, Kurt Schwitters und Paul Hindemith. Mit der Berufung Schlemmers an die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau 1929 war auch die Ära der Bühne beendet.
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