| Kunstmodell soll Dialog zur Kunst fördern |
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| Donnerstag, 12. November 2009 um 19:56 Uhr | ||
Mannheim (dpa/lsw) - Mit einem neuartigen Kunstmodell will die Stadt Mannheim den Dialog zur Kulturszene fördern. 90 Künstler aus der Region zeigen ab Samstag (14. November) an ungewöhnlichen Orten in der Stadt ihre Werke. «Die Ausstellung ist als Parcours aufgebaut, der die Stadt reflektiert», sagte Ex-Kunsthallenchef Rolf Lauter am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts. Der 56-Jährige hat die «artscoutone» konzipiert. Es ist sein letztes Projekt als Beamter der Stadt Mannheim. Nach monatelangem Streit scheidet er zum Jahresende aus dem Staatsdienst aus.
«Hat das Projekt Erfolg, ist es Basis für ähnliche weitere Projekte», sagte Kulturamtschefin Sabine Schirra. Entscheidend seien dafür weniger Besucherzahlen als die Resonanz von Kulturschaffenden und Rückmeldungen der Besucher. «Wir wollen den Künstlern der Region ein Forum geben und auf sie aufmerksam machen, sagte Kulturbürgermeister Michael Grötsch. Damit solle zeitgenössische Kunst in der Metropolregion Region Rhein-Neckar gefördert werden. Mannheim bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2020.
Die «artscoutone» spielt sich an 17 Orten zwischen der Industriestraße am Mannheimer Hafen und dem Schloss ab. Jeweils zwei oder mehrere Künstler werden dort unter inhaltlichen und ausdrucksbezogenen Aspekten zusammengeführt. Bis zum 31. Dezember sind die Bilder, Plastiken und Zeichnungen sowie Objekte der Raum- und Videokonstellationen jeweils am Wochenende zu sehen. Es gibt Führungen, zudem wollen die Künstler selbst vor Ort sein. Neben einer Industriehalle, einem alten Bad oder der Alten Feuerwache gehört auch das Rathaus zu den Ausstellungsorten. «Jetzt kehrt Farbe ein», sagte Lauter, derzeit Sachbearbeiter im Kulturamt. «Das Haus ist ein Ort wo sich Politik und Kultur treffen.»
Lauters Verhältnis zu der Mannheimer Stadtspitze war zuletzt nicht das beste. Nach langem Streit hatte er sich mit Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) darauf geeinigt, dass er zum 31. Dezember seinen Beamtenstatus verliert. Der Kunstwissenschaftler war 2007 wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten vom Gemeinderat abgesetzt worden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim dauern an, ein Disziplinarverfahren ist mit Lauters Ausscheiden automatisch beendet. Die gemeinnützige Kunsthallen Ausstellungs GmbH hatte unter seiner Führung im Jahr 2006 deutliche Verluste gemacht. Bei den Ermittlungen wird das Defizit von mehr als 400 000 Euro unter die Lupe genommen. |
























































