| Lempertz Auktion - ZEITGENÖSSISCHE KUNST |
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| Mittwoch, 18. November 2009 um 18:41 Uhr | ||
HUNDERTE FLIEGEN
Höhepunkte der 412 Objekte umfassenden Auktion sind eine Rauminstallation von Ilya Kabakov (300/400.000), ein abstraktes Gemälde auf Alu-Dibond von Gerhard Richter (280/300.000) und eine großformatige Arbeit von Emil Schumacher (130/150.000). Die Gruppe ZERO ist mit dem italienischen Künstler Enrico Castellani vertreten, von dem zwei Arbeiten angeboten werden (160/180.000 und 120/150.000); den deutschen Beitrag liefert u.a. Günther Uecker mit mehreren frühen Nagelreliefs (60/70.000, 100.000 und 110/120.000). Sowohl historisch als auch kunsthistorisch überaus bedeutend ist der Haarmann-Fries von Alfred Hrdlicka (80.000); siegreich gibt sich eine Bronze von Jörg Immendorff (80/100.000). Stark vertreten ist das deutsche Informel mit Karl Otto Götz (70/80.000). Bei 70.000 liegt eine großformatige Arbeit von Antoni Tàpies aus den 1960er Jahren, Victor Vasarélys Op ArtGemälde ist mit einer Taxe von 40/50.000 versehen. Die ganz junge Kunst glänzt mit Werken von Norbert Bisky (40.000), Thomas Scheibitz (40.000) und Wilhelm Sasnal (28/30.000).< Die Installation ist nach Ilya Kabokov die vierte Dimension der plastischen Kunst. Eindrucksvoll belegt der Künstler dies in der Rauminstallation Meine Heimat. Die Fliegen von 1991. Der Künstler lässt Fliegen, die für ihn menschliches Leben und Müll zugleich repräsentieren, an Nylonschnüren im Raum schweben (Lot 461, 300/400.000). Nicht ganz so raumgreifend, aber dennoch mit einem ansprechenden Maß (170 x 250 cm), gibt sich eine Arbeit von Emil Schumacher von 1988, die mit 130/150.000 taxiert ist (Lot 639). Zu den charakteristischen abstrakten Gemälden des Künstlers zählt eine späte Arbeit von Gerhard Richter aus dem Jahr 2004 (Lot 585, 280/300.000). Enrico Castellani ist gleich mit zwei reliefierten Leinwänden vertreten, eine frühe, nur aus blauem Stoff bestehende von 1960 (Lot 357, 160/180.000) ist mit der hervorragenden Provenienz des Mailänder Galeristen Arturo Schwarz versehen; eine weitere mit Öl reliefierte Leinwand stammt von 1997 (Lot 358, 120/150.000). Von seinem französischer ZERO-Kollegen Yves Klein ist das IKB-gefasste Multiple L'Esclave mourant d'après Miche-Ange (Lot 472, 20/30.000) im Angebot. Der deutsche ZERO-Beitrag kommt von Günther Uecker, der mit mehreren Nagelreliefs vertreten ist. Eine frühe, sehr dichte Nagelung von 1964 ist mit 100.000 taxiert (Lot 665), für Phänomen eines Regenbogens von 1963 erhielt der Künstler 1963 auf der Biennale San Marino den ersten Preis für die Gruppe ZERO (Lot 664, 60/80.000). Eine Spirale aus dem Zero GardenZyklus (Lot 666, 110/120.000) von 1966 und ein Nagelbaum von 1984 komplettieren das Angebot (Lot 663, 25.000). Weiterer deutscher Beitrag der ZEROGruppe sind frühe Arbeiten von Heinz Mack. Eine auf 1957 datierte Leinwand ist mit 20/30.000 bewertet, ein frühes Lichtrelief (1960) aus Aluminium liegt bei 10/15.000 (Lots 510/511).
Zu den wichtigsten Arbeiten im Werk Alfred Hrdlickas zählt der Haarmann-Fries aus dem Jahr 1966/67. Von dieser Bronze existiert lediglich ein weiterer Abguss, der sich seit 1992 im Sprengel Museum in Hannover befindet und seinerzeit für heftige Diskussionen sorgte (Lot 445, 80.000). Weniger kontrovers gibt sich Vater und Sohn, eine Bronze von Jörg Immendorff (Lot 449, 60/70.000), triumphal dagegen die Plastik Sieger des Künstlers aus dem Jahr 2002 (Lot 448, 80/100.000). Stark vertreten ist das deutsche Informel mit Karl Otto Götz, dessen Werk „Ild-FEIT“ von 1957 mit 70/80.000 offeriert wird, eine spätere Arbeit von 1963 ist mit 20/25.000 taxiert (Lots 422 ff.).
Die Erben (1961) von Konrad Klapheck werden gesucht – für eine Taxe von 50/60.000 (Lot 470). Die eindrucksvolle Arbeit Large India Ink (1964) von Antoni Tàpies ist mit 70.000 taxiert (Lot ). Die collagierte Leinwand Ohne Titel von 1980 gefiel dem Künstler so sehr, dass er sich entschloss, diese als Vorlage für eine Graphik zu nutzen (Lot 644, 35/40.000). Einen Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann, hat Sigmar Polke erfunden. Dieses frühe (1969) und auf dem Kunstmarkt selten angebotene Multiple kommt auf 28/32.000 (Lot 573). Ebenso erfindungsreich zeigt sich Robert Rauschenberg in der Transferzeichnung Shade von 1968; in dieser vom Künstler entwickelten Technik werden Vorlagen jeglicher Art auf das mit Lösungsmittel befeuchtete Zeichenblatt gelegt und von der Rückseite mit einem leicht spitzen Gegenstand durchgerieben (Lot 580, 50.000). Maltechnisch klassisch zeigen sich die beiden Papier-Arbeiten von Sam Francis (Lots 410/411, 20/25.000 und 30/40.000).
Überzeugt hat der Entwurf Volumen virtual polícromodes des südamerikanischen Künstlers Jesus R. Soto, der im selben Jahr 1984 im Gebäude der Deutschen Eisenbahn Versicherung in Köln verwirklicht wurde. Bewegliche farbige Eisenstäbe werden von der Decke über mehrere Etagen bis nach unten in die Eingangshalle geführt. Das vorab gefertigte Architekturmodell ist mit 70/80.000 taxiert (Lot ). Sein Kollege Luis Tomasello beeindruckt mit der Arbeit Objet plastique No. 727 von 1993. Unterschiedlich hohe Holzzapfen erzeugen je nach Lichteinfall und Standpunkt Wellenbewegungen, die für 30/40.000 angeboten werden (Lot 662).
Die ganz junge Kunst ist neben anderen mit Norbert Bisky vertreten, der 2006 in seinem großformatigen Gemälde Rollschicht - Künstler bei der Arbeit zeigt (Lot 339, 40.000). Etwas günstiger sind die beiden Kühe von Stefan Balkenhols Holzskulptur (Lot 323, 25/30.000). Der polnische Künstler Wilhelm Sasnal, der gerade mit einer umfangreichen Ausstellung in Düsseldorf gewürdigt wird, ist mit seinem Gemälde Tree Parasite with Balls von 2002 präsent (Lot 610, 28/30.000). Für die titellose farbige Holzskulptur von Thomas Scheibitz von 2004 sind 40.000 angesetzt (Lot 605).
Den Bericht zur Offerte Zeitgenössischer Photographie innerhalb der Auktion Zeitgenössische Kunst erhalten Sie mit der Presseerklärung Photographie. Auktion 5. Dezember 2009 um 14.30 Uhr, Lempertz, Köln Vorbesichtigung Köln 27. November – 4. Dezember Katalog online www.lempertz.com
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