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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunstmuseum Wolfsburg zeigt 1309 Gesichter PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 19. November 2009 um 18:19 Uhr

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Wolfsburg (dpa/lni) - Auf eine künstlerische Suche nach dem Ich begibt sich das Kunstmuseum Wolfsburg mit seiner Ausstellung «Ich, zweifellos. 1309 Gesichter». Parallel zu James Turrells großer Lichtinstallation (bis zum 5. April 2010) zeigt das Kunstmuseum eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Thema Identität. Brian Alfred, Richard Billingham, Christian Boltanski, Bruce Nauman, Elizabeth Peyton, Cindy Sherman, Beat Streuli und Fiona Tan haben sich des Themas angenommen. In ihren Bildern, Videos und anderen Kunstobjekten finden sie sehr unterschiedliche Antworten auf die zentrale Frage «Wer bin ich?».

 

Kunstmuseum Wolfsburg auf der Suche nach dem Ich

Von Anita Pöhlig, dpa

 

Wolfsburg (dpa/lni) - Auf eine künstlerische Suche nach dem Ich begibt sich das Kunstmuseum Wolfsburg mit seiner neuen Ausstellung «Ich, zweifellos. 1309 Gesichter». Parallel zu James Turrells großer Lichtinstallation (bis zum 5. April 2010) zeigt das Museum eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Thema Identität. Brian Alfred, Richard Billingham, Christian Boltanski, Bruce Nauman, Elizabeth Peyton, Cindy Sherman, Beat Streuli und Fiona Tan haben sich des Themas angenommen. «Durch das Internet hat die Frage nach der eigenen Identität eine neue Dimension bekommen», sagte Museumsdirektor Markus Brüderlin am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung, die von Samstag an bis zum 28. März zu sehen ist.    

 

Angeregt von Richard David Prechts Bestseller «Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?» ist Kuratorin Julia Wallner in der Ausstellung einer der ältesten Fragen der Menschheit nach. Die Exponate der neun Künstler aus der Museums-Sammlung und Leihgaben anderer Häuser geben die unterschiedlichsten Antworten.    

 

Schonungslos lichtet etwa Richard Billingham seinen alkoholkranken Vater Ray, seine übergewichtige Mutter Liz und seinen haltlosen Bruder Jason ab. «Mit der Nahsicht auf die Familienmitglieder erhebt er die Frage der Herkunft zum Kern der Suche nach der eigenen Identität», erläutert Wallner. Ganz anders nähert sich Fiona Tans in ihrem Film «A Lapse of Memory» dem Thema. In langsamen, ruhigen Bildern erzählt sie über den Alltag eines alten Mannes, der in einem prachtvollen, aber maroden Palast lebt. Mit immer wiederkehrenden Ritualen versucht er seinem Gedächtnisverlust entgegenzuwirken.    

 

Da ist etwa das immer wieder beeindruckende Werk «Menschlich» von Christian Boltanski. Ein ganzer, großer Raum ist mit seinen Porträtfotografien von Männern, Frauen und Kindern gefüllt. Die Assoziation einer riesigen Totenkammer drängt sich auf - die Motive sind nicht aktuell, sie stammen von unterschiedlichen Vorlagen, aus Zeitungen, vergilbten Fotoalben oder Vereinsberichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Mit dem Wissen um die Gräueltaten der Nationalsozialisten scheinen manche Gesichter anzuklagen, manche wirken rat- und wieder andere ahnungslos.    

 

Ein Sammler von Gesichtern ist auch der junge Amerikaner Brian Alfred. Für seine Serie «Millions now living will never die!!!» hat er 150 Köpfe von Musikern, Designern, Schauspielern und anderen Prominenten auf dem für Ölmalerei zierlichen Din A 4 Format abgebildet. Vom Microsoft-Gründer Bill Gates über den Rapper Eminem bis zum Architekten Alvar Aalto bilden die Gesichter eine Installation, die den Zustand der Gesellschaft zwischen Individualismus und Anonymität einer nicht mehr durchschaubaren Datenmenge beschreibt.    

 

Ganz anders die Gemälde von Elizabeth Peyton. Die 44-Jährige Amerikanerin stellt in ganz persönlichen Bildern Freunde, Popstars oder Mitglieder der englischen Königsfamilie vor. Die ebenfalls aus den USA stammende Cindy Sherman nähert sich der Frage nach dem Ich ganz direkt und scheint keine Antwort zu finden: «In stets neuen Verkleidungen fotografiert sie sich selbst, ist Künstlerin und Modell zugleich», sagt Kuratorin Wallner. Auch die ständig an der Fassade des Museums zu sehenden Porträts von Beat Streuli, der Menschen aus dem Getümmel internationaler Großstädte ablichtete, werden in die Ausstellung einbezogen.     

 

Von Museumsdirektor Brüderlin als «Ehrengast» bezeichnet, entführt ein Bildnis von Graf Matthias Johann von der Schulenburg in eine ganz andere Zeit. Der Feldmarschall von Venedig, dessen Nachfahren in Wolfsburg leben, wollte mit dem Gemälde seine Identität als Feldherr für immer festgehalten wissen.           

 

(Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro.)



Tags: ausstellung  wolfsburg  frage  
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