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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Künstlerin Jeanne-Claude tot PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 19. November 2009 um 18:42 Uhr

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Künstlerin Jeanne-Claude tot

 

New  York (dpa) - Die Künstlerin Jeanne-Claude ist tot. Die Frau des Verhüllungskünstlers Christo starb am Mittwoch im Alter von 74 Jahren in New York. Das bestätigte der Fotograf der Werke des Paares, Wolfgang Volz, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Jeanne-Claude sei an einer Hirnblutung (Aneurysma) gestorben.   

 

Christo sei tief betroffen vom Tod seiner Frau und wolle die laufenden künstlerischen Arbeiten fortsetzen, darunter ein Projekt, bei dem hängende Stoffbahnen über den Fluss Arkansas gespannt werden. Ein Beerdigungstermin stehe noch nicht fest, wie Völz mitteilte.    Christo und Jean-Claude hatten sich 1958 in Paris kennengelernt und 51 Jahre lang zusammengearbeitet. Die in Casablanca geborene Künstlerin war gemeinsam mit ihrem Mann durch Verhüllungsaktionen von Gebäuden und Großprojekten in Landschaften bekannt geworden.   

 

Vor allem die Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 sorgte für Aufsehen. Weitere Aktionen gab es an einer Brücke in Paris und im Central Park von New York.

 

 

Ein Aneurysma ist eine mit Blut gefüllte sackartige Ausstülpung einer Arterie, die plötzlich aufreißen kann. Die meisten Aussackungen bilden sich an der Hauptschlagader (Aorta), der Herzwand oder im Gehirn. Eine derartige Fehlbildung kann angeboren sein.


Sie kann aber auch auf eine Entzündung von Arterien, eine schwere Infektionskrankheit oder eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) folgen.    Ein Herzinfarkt kann später zu einem Aneurysma (griechisch: Erweiterung) in der Herzwand und damit zu einer Herzschwäche bis zum plötzlichen Herztod führen. Platzt ein Aneurysma, droht der Mensch innerhalb von Minuten zu verbluten. Beim Platzen eines meist angeborenen Aneurysmas einer Hirnarterie kann es zum plötzlichen Hirntod kommen. Vorboten sind unter anderem stärkste Kopfschmerzen und Erbrechen.   


Die Aussackung der Arterien entwickelt sich häufig völlig symptomlos und wird nur zufällig entdeckt. Je nachdem wo das Aneurysma sitzt, kann es aber eine Reihe von Symptomen wie Atemnot, Husten, Bauch- oder Rückenschmerzen, Schluckbeschwerden und Durchblutungsstörungen des Gehirns oder der Arme auslösen. Kleinere Aneurysmen werden gewöhnlich vom Arzt ohne direkten Eingriff beobachtet. Eine Operation ist oft mit hohem Risiko behaftet.

 

Verhüllter Reichstag

 

Berlin (dpa) - Es war eines der größten Kunstprojekte des 20. Jahrhunderts. Nach jahrelangem Streit wurde für Christo und Jeanne- Claude am 24. Juni 1995 ein Traum war. Vor zehntausenden Zuschauern präsentierte das Künstlerehepaar den verhüllten Berliner Reichstag. Das mit 100 000 Quadratmetern glitzernder Folie eingepackte Gebäude lockte in den nächsten zwei Wochen rund fünf Millionen Besucher aus aller Welt auf das Gelände zwischen Spree und Brandenburger Tor an.   

 

Die «New York Times» nannte die Verhüllung ein «politisches Happening» - immerhin hatte der Deutsche Bundestag lange über das Kunstwerk debattiert und sich schließlich in einer Kampfabstimmung dafür entschieden. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) weigerte sich als hartnäckiger Gegner des «eingepackten» Reichstages die Aktion auch nur aus der Nähe anzuschauen.   

 

Mit der Verhüllung des historischen Gebäudes in die fließenden Stoffbahnen wollten Christo und Jeanne-Claude die «einzigartige Qualität des Vergänglichen» feiern. Als der Reichstag wieder enthüllt wurde, blieben vor allem die Erinnerungen: Zeichnungen, Collagen, Postkarten und Modelle, mit denen die Künstler ihr ausschließlich privatfinanziertes Projekt bezahlten.


Wowereit tief betroffen vom Tod Jeanne-Claudes

 

Berlin (dpa/bb) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat mit Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod der Künstlerin Jeanne-Claude reagiert. «Ich bin tief betroffen vom Tod Jeanne- Claudes», erklärte der SPD-Politiker in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung. «Unser tiefes Mitgefühl gilt zuerst ihrem Mann und Kollegen Christo.»   

 

Wowereit erinnerte daran, dass 1962 eine künstlerische Kommentierung des Baus der Berliner Mauer das erste gemeinsame Monumentalprojekt der beiden Künstler gewesen sei. Unvergessen sei den Berlinern die Verhüllung des Reichstags im Jahr 1995, für die Christo und Jeanne-Claude viele Jahre gekämpft und die sie selber finanziert hätten. «Dafür ist Berlin den beiden Künstlern zutiefst dankbar», erklärte der SPD-Politiker. Die Frau des Verhüllungskünstlers Christo war am Mittwoch im Alter von 74 Jahren in New York gestorben.

 

Verhüllungskünstlerin Jeanne-Claude mit 74 gestorben

Von Nada Weigelt, dpa

 

 

New York (dpa) - Mit der Verhüllung des Berliner Reichstags haben sie weltweit für Furore gesorgt: Das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude galt als unzertrennlich. Doch nun hat das Schicksal die beiden Künstler, die 1935 am selben Tag geboren sind und seit 51 Jahren zusammen waren, unerwartet auseinandergerissen. Jeanne-Claude starb am Mittwochabend in einem Krankenhaus in New York. Sie wurde 74 Jahre alt. Eine erweiterte Ader in ihrem Gehirn war geplatzt.   

 

Christo sei zutiefst traurig über den Tod seiner Gefährtin, teilte der Fotograf der Familie, Wolfgang Volz, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. «Er will das Versprechen einlösen, dass sie einander vor vielen Jahren gegeben haben: dass die Kunst von Christo und Jeanne-Claude weiterleben soll.»   

 

Für das Paar, das zu den schillerndsten und spannendsten Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene gehört, kommt das Ende viel zu früh. Die beiden arbeiteten noch unter Hochdruck an zwei gemeinsamen Großprojekten.   

 

So soll am Fluss Arkansas eine mehr als zehn Kilometer lange Wegstrecke verhüllt werden. Drei bis sieben Meter über dem Wasser soll eine glänzende Woge aus Gewebe entstehen, die durch Brücken, Felsen, Bäume und Lichtströme unterbrochen wird. Bei dem zweiten Projekt geht es um mehr als 400 000 aufgestapelte Ölfässer in den Vereinigten Arabischen Emiraten. «Christo fühlt sich verpflichtet, die laufende Arbeit zu vollenden - so wie Jeanne-Claude sich das gewünscht hätte», sagte der Fotograf.   

 

Die Künstlerin war am 3. Juni 1935 in Casablanca auf die Welt gekommen - am selben Tag und angeblich sogar zur selben Stunde wie ihr späterer Partner. Zunächst beim Vater aufgewachsen, kam sie nach dem Krieg wieder in die Obhut ihrer Mutter und lebte in Tunesien und Paris ein privilegiertes Leben. Sie begann zunächst eine Ausbildung als Flugbegleiterin, ehe sie durch ihn den Weg zur Kunst fand.   

 

1958 lernten sie sich in Paris kennen. Der gebürtige Bulgare hatte den Auftrag bekommen, Jeanne-Claudes Mutter zu porträtieren. Nach einigen Umwegen und vielen Herz-Schmerz-Geschichten wurden Christo und Jeanne-Claude ein Paar. Doch durfte ihre Familie wegen der Standesunterschiede zunächst nichts davon erfahren. Im Mai 1960 kam Sohn Cyril auf die Welt. Zwei Jahre später folgte die Hochzeit.    Schon kurz vor der ersten Begegnung hatte Christo seine erste Farbdose verhüllt, indem er sie mit harzgetränkter Leinwand umwickelte, verschnürte und mit Leim, Sand und Autolack behandelte. Seither sind Christo und Jeanne-Claude zu Superstars der internationalen Open-Air-Kunst aufgestiegen.   

 

Als ihr Meisterwerk gilt die Verhüllung des Reichstags 1995. Mehr als 200 Helfer ließen das historische Gebäude Stück für Stück unter einem silbern glänzenden Gewebe verschwinden. Für die Verwirklichung hatte das Paar fast ein Vierteljahrhundert gekämpft, der Bundestag genehmigte die Aktion im Februar 1994 nach langen Diskussionen.   

 

Weitere aufsehenerregende Werke entstanden unter anderem an der Küste von Australien, in einem Tal der Rocky Mountains und an der Brücke Pont Neuf in Paris. Das letzte gemeinsam vollendete Großprojekt waren die «Tore» im Central Park von New York. Riesige safrangelbe Stoffbahnen waren auf eine Strecke von 37 Kilometer wehend hintereinander aufgehängt.   

 

New York war für das Paar seit 1964 zur Heimat geworden. In seinem einfachen, von bröckligen Mauern eingerahmten Atelier in der fünften Etage einer ehemaligen Fabrik im Süden von Manhattan hat Christo die meisten seiner Großinstallationen entworfen. Jeanne-Claude führte ein Stockwerk tiefer vom gemeinsamen Appartement aus Regie. Sie fertigte Neugierige ab und sorgte dafür, dass für Christos Atelierpausen frische Soja-Milch und Knoblauchzehen bereit stehen.   

 

Für das Duo - seit 1994 stehen offiziell beide Namen zusammen und gleichberechtigt für ihre Werke - war die Eigenfinanzierung eisernes Arbeitsprinzip. Sponsoren und Zuschüsse aus staatlichen Kassen lehnten die beiden Künstler grundsätzlich ab. Allein aus dem Skizzenverkauf haben sie ihre Kunst finanziert.   

 

«Bei unserer Arbeit geht es immer um die Freiheit», sagte Jeanne- Claude einmal. «Sie ist der Feind von Besitz und Dauerhaftigkeit.» Ihre Freiheit wollte die Künstlerin auch im Tod behalten: Sie hat ihren Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

 

 

Werke von Jeanne-Claude und Christo

 

 

Hamburg (dpa) - Neben dem verhüllten Reichstag in Berlin (1995), der in Deutschland das bekannteste Projekt des Künstlerpaars ist, wurden Christo und Jeanne-Claude vor allem mit den folgenden Aktionen und Installationen bekannt. Eine Auswahl: 

 

- 5600-Kubikmeter-Paket, Documenta IV, Kassel (1968)

 

- Verhüllte Kunsthalle Bern (1968)

 

- Running Fence (ein 5,50 Meter hoher, 39,4 Kilometer langer  Nylongewebe-Zaun vom Norden San Franciscos, über Hügel, bis zur  Bodega-Bucht am Pazifik), Kalifornien/USA (1976)

 

- Surrounded Islands (elf Inseln in der Biscayne Bay wurden mit  hunderttausenden Quadratmetern pinkfarbenem Stoffgewebe umsäumt),  Miami/USA (1983)

 

- Verhüllte Pont Neuf, Paris (1985)

 

- The Umbrellas/Die Schirme (3100 große Schirme (davon 1340 (blaue)  120 Kilometer nördlich von Tokio) werden in zwei Tälern in Japan  und in Kalifornien geöffnet), Japan/USA (1991)

 

- Verhüllte Bäume, Riehen bei Basel (1998)

 

- The Wall/Die Mauer (13 000 bunte Ölfässer in einem Gasometer),  Oberhausen (1999)

 

- The Gates/Die Tore (7500 goldgelbe, fünf Meter hohe Stoff-Tore) im  Central Park, New York (2005)

 

 

«Er will das Versprechen einlösen, das sie einander vor vielen Jahren gegeben haben: dass die Kunst von Christo und Jeanne-Claude weiterleben soll. Christo fühlt sich verpflichtet, die laufenden Arbeiten zu vollenden .... - so wie Jeanne-Claude sich das gewünscht hätte.»



Tags: jeanne  claude  christo  
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