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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Entfernung der Basaltstelen des Künstlers U We Claus aus der barocken Eichenallee von Museum Schloss Moyland PDF Drucken E-Mail
Freitag, 20. November 2009 um 12:58 Uhr

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Mit der öffentlichen Vorstellung ihres Konzeptes anlässlich der Benennung zur neuen Künstlerischen Direktorin von Museum Schloss Moyland im Mai 2009 hat Dr. Bettina Paust auch die Entfernung der von dem Künstler U We Claus 1996 gesetzten 48 Basaltstelen aus der barocken Eichenallee im Museum Schloss Moyland angekündigt. Am 19. November erfolgten der Abbau der Basaltstelen und deren Einlagerung in das Skulpturen-Depot des Museums.

 

Keine Fortsetzung des Projekts »7.000 Eichen« von Joseph Beuys

 

Die 1996 erfolgte Setzung der Basaltstelen von U We Claus neben bereits geplanten bzw. bereits vorhandenen Bäumen – wie in der Eichenallee im Museum Schloss Moyland – ist keine schlüssige Fortsetzung des Projektes »7.000 Eichen« von Joseph Beuys, wie dies seinerzeit und gegenwärtig von U We Claus formuliert wird.

 

Vielmehr wird durch eine derartige Maßnahme dieses groß angelegte Projekt von Joseph Beuys auf ein rein gartengestalterisches reduziert und dabei werden die dem Projekt immanenten Aspekte der »Sozialen Plastik« nicht berücksichtigt:

 

Es macht wenig Sinn, den von Joseph Beuys vor dem Hintergrund seiner politischen, ökologischen und sozialen Überlegungen formulierten Auftrag der weltweiten Baumpflanzung dort umzusetzen, wo es bereits Bäume gibt oder wo deren Pflanzung bereits geplant ist oder war, wie 1996 in Moyland. Es wurde also in der Moyländer Eichenallee durch die Setzung der Basaltselen kein einziger zusätzlicher Baum gepflanzt, der ohne eine Bezugnahme auf Beuys nicht sowieso gepflanzt worden wäre oder eben schon dort stand. 

 

Außerdem befinden sich die Basaltstelen neben den Eichen auf einem nicht öffentlich zugänglichen Gelände. Die Museumsbesucher können die Allee nicht durchschreiten, sondern nur durch je ein Gittertor von beiden Seiten einen Blick hineinwerfen. Auch diese Tatsache widerspricht dem ausdrücklich in der Öffentlichkeit angesiedelten Projekt »7.000 Eichen« von Joseph Beuys.

 

 

Wiederherstellung der barocken Allee

 

Die Eichenallee ist Teil der historischen Gartenanlage des Museums Schloss Moyland,  die im Rahmen der Wiederherstellung der gesamten Schloss- und Gartenanlage Mitte der 1990er durch die Anpflanzung junger Eichen wieder vollständig rekonstruiert wurde.  

 
 
 

Seit dem 17. Jahrhundert diente sie als Hauptzufahrtsachse zum Schlossgebäude, heute ist sie durch zwei Gittertore abgesperrt und nicht für die Museumsbesucher zugänglich.

 

Die Eichen dieser Allee wären somit 1996 aus gartendenkmalpflegerischen Gründen zur Vervollständigung der gesamten historischen Anlage auch ohne Bezug auf das Projekt »7.000 Eichen« gepflanzt worden.

 

 

Zum Hintergrund

Mit der Setzung der 48 Basaltstelen durch den Künstler U We Claus in Korrespondenz mit den mehrheitlich im Zuge der Gartenwiederherstellung gepflanzten Eichen war 1996 die Absicht geäußert worden, das Projekt »7.000 Eichen« von Joseph Beuys auch im Museum Schloss Moyland fortzusetzen. 

 

Das Projekt »7.000 Eichen« wurde von Joseph Beuys 1982 auf der documenta 7 unter dem Motto »Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung« in Kassel gemeinsam mit der Free International University und unter Mitwirkung von Kasseler Bürgern begonnen. Es suchte durch seine permanente und kollektiv im öffentlichen Raum angesiedelte Umsetzung die von Joseph Beuys in seiner Theorie der »Sozialen Plastik« angelegten weitgreifenden politischen, ökologischen und gesellschaftsverändernden Aspekte real anzuwenden.

 

Joseph Beuys dazu 1982 im Gespräch mit Bernhard Blume: »... soll also auf die Umgestaltung des gesamten Lebens, der gesamten Gesellschaft, des gesamten ökologischen Raumes hingewiesen werden mit einer solchen Aktion« (Beuys, Joseph; Blume, Bernhard: Gespräch über Bäume am 24. April 1982 in der Galerie Magers, Bonn. In: Beuys, Joseph; Blume, Bernhard; Rappmann, Rainer: Gespräche über Bäume. Wangen: FIU-Verlag, 1994, S. 12.).

 

Die Basaltstelen von U We Claus

 

Im Jahr 1994 trat der Künstler U We Claus an den Sammler und damaligen Museumsdirektor Hans van der Grinten mit der Idee heran, bei der Rekonstruktion der barocken Hauptzufahrtsallee neben jede neu zu pflanzende Eiche sowie neben die noch alten, bestehenden Eichen eine Basaltstele zu setzen. Diese Maßnahme wurde 1996 umgesetzt, wozu die Basaltstelen als Kunstwerk von U We Claus von der Stiftung Museum Schloss Moyland erworben wurden.

 

 

Sie wurden nun abgebaut und wie jedes Kunstwerk der Stiftung Museum Schloss Moyland, das nicht gezeigt wird, im Depot des Museums untergebracht.

 

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