| Mitterrand will 753 Millionen für Digitalisierung |
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| Freitag, 20. November 2009 um 18:29 Uhr | ||
Paris (dpa) - Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hat am Freitag 753 Millionen Euro Staatsmittel zur Digitalisierung kultureller Werke in Frankreich gefordert. Google könne ein Partner sein, sagte Mitterrand bei der Eröffnung des Avignon-Forums, das bis Sonntag Vertreter von Kultur, Wirtschaft und Politik zur Diskussion über die Finanzierung der Kultur angesichts leerer Staatskassen zusammenbringt. Die Digitalisierung von Büchern durch einen Privatkonzern wie Google berge allerdings auch Risiken, räumte er ein.
Mitterrand nannte die Kultur einen «Schatz, dessen gewaltige wirtschaftliche Erträge in keinem Verhältnis zu den investierten Summen stehen». Nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young sorge die Vielfalt der Förderung und Besteuerung von Kultur in Europa aber für «erhebliche Unterschiede» bei der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der 27 EU-Staaten. Das Unternehmen empfahl eine Harmonisierung und mehr steuerliche Anreize für private Kunstförderung.
So werden der Studie zufolge auf Museumsbesuche in sieben Prozent der Fälle die volle Mehrwertsteuer erhoben und in 59 Prozent gar keine. Bei Kinobesuchen sei das Verhältnis 26 zu 15 Prozent. Außerdem würden «alte» Kulturbereiche wie Oper und Theater stärker gefördert als jüngere Zweige. Bücher würden steuerlich weniger belastet als Musikträger und Käufe im Geschäft weniger als das Herunterladen aus dem Internet.
Der Mitinitiator des Forums, der frühere Bertelsmann- Zeitschriftenmanager Axel Ganz, nannte das Kulturangebot einen wichtigen Faktor für die wirtschaftliche Attraktivität einer Region. «Die Louvre-Projekte in Lens und Abu Dhabi gehen in diese Richtung», erklärt Ganz. In Zeiten schrumpfender öffentlicher Budgets werde das Mäzenatentum bedeutsamer.
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