| Ruth Wagners Themen bleiben Kunst und Kultur |
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| Samstag, 21. November 2009 um 18:48 Uhr | ||
Von Michael Biermann, dpa
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die erste hessische FDP-Ehrenvorsitzende Ruth Wagner kommt auch nach ihrem Abschied aus der Landespolitik auf Arbeitswochen mit 40 bis 50 Stunden. Die 69-Jährige ist Stadtverordnete in Darmstadt und leitet den Kulturausschuss der Stadt, hinzu kommen zahlreiche Ehrenämter vor allem in Einrichtungen, die Kunst und Kultur fördern. Zu ihrer großen Liebe, dem Malen, hat sie damit selbst im Ruhestand kaum Zeit.
Die temperamentvolle und durchsetzungsfähige Politikerin stand und steht für liberale Grundwerte. Sie schreckte auch nie vor Streit mit Parteifreunden zurück. So hatte sie nach der Landtagswahl 2003 auch gegen parteiinterne Widerstände ihre Linie durchgesetzt, nicht erneut mit der CDU zu koalieren, da die Christdemokraten unter Ministerpräsident Roland Koch eine absolute Mehrheit errungen hatten. Im Jahr 2000 hatte sie Koch die Treue gehalten, als die Affäre um schwarze Kassen bei der CDU ans Tageslicht kam.
Wagner hat die hessischen FDP und die Landespolitik lange Zeit geprägt und mitgestaltet, ihre großen Themen waren schon immer Bildung, Kunst und Kultur. Als Wissenschaftsministerin der ersten Regierung Koch von 1999 bis 2003 sorgte sie unter anderem für mehr Geld und Eigenständigkeit der Hochschulen. Die frühere Gymnasiallehrerin, stellvertretende Vorsitzende im hessischen Philologenverband und Personalrätin ist seit 1971 Mitglied der FDP. 1983 zog sie erstmals in den Landtag ein. Von 1994 bis 1999 führte sie die Fraktion, bis sie Ministerin wurde. An der Spitze des Landesverbands stand sie von 1995 bis 2005; 2008 schied sie aus dem Landtag aus.
Die Liebe zur Kunst bestimmt auch die Freizeit der allein lebenden Politikerin: Sie malt und hat ihre Bilder schon mehrfach ausgestellt. Fachleute bescheinigen ihr ein Niveau, das deutlich über die Bemühungen einer Amateurin hinausgeht. Vom Malen halten sie allerdings zahlreiche Ehrenämter ab. Unter anderem ist sie Kuratoriumsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung, Vorsitzende des Kunstvereins Darmstadt, Vorsitzende der Kommission zur Geschichte der Juden in Hessen und Kuratoriumsvorsitzende des Kulturfonds Rhein- Main. Als Mitbegründerin des Rheingau-Musik-Festivals sitzt sie auch in dessen Kuratorium, und Ehrenmitglied des Jugend-Sinfonie- Orchesters Hessen ist sie ebenfalls.
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