| Lempertz: Ein Modellauto für466.000 EUR |
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| Montag, 23. November 2009 um 18:31 Uhr | ||
Mit einem Resultat von über 5,5 Mio. konnte Lempertz seine Auktionen Alte Kunst und Kunstgewerbe vom vergangenen Wochenende mit einer erheblichen Steigerung gegenüber dem diesjährigen Frühjahr abschließen. Die beiden Spitzenlose der Alten Meister übertrafen ihre Taxen bei weitem. Ein Modeletto Giovanni Battista Tiepolos sprang von 130/150.000 auf 466.000 und die Frans Pourbus. d.Ä. zugeschriebene Festgesellschaft wurde von 100/120.000 bis 251.000 getrieben. Auch Jacob Jordaens’ Apostelköpfe übersprangen mit 245.000 ihre Taxe von 100/140.000; Jan Bruegehl d.Ä. kam mit einem kleinen Gemälde auf 159.000. Arnoldus Bloemers Blumenstilleben, einer der Höhepunkte des 19. Jh., konnte mit 141.000 seine Taxe von 35/50.000 ebenfalls weit hinter sich lassen.
ALTE MEISTER
Auf 110/120.000 war ein Modeletto von Giovanni Battista Tiepolo für sein Deckenbild in der Kirche Gesuati in Venedig geschätzt. Ein im Auftrag handelnder deutscher Privatmann konnte sich erst mit 466.000 gegen einen Schweizer Bieter durchsetzen (Lot 1099). Auf einer bisher unbekannten Komposition von Giovanni Antonio Pellegrini, einem der großen Maler des venezianischen Settecento, wurde die Tugend durch den Verdienst gekrönt. Internationales Interesse mit starker italienischer Beteiligung trieb das Gemälde von 30/35.000 bis auf 69.000, die englischer Handel gewährte (Lot 1100).
Ein belgischer Sammler setzte sich mit 251.000 gegen die hartnäckige Konkurrenz bei einem sehr qualitätsvollen, Frans Pourbus d.Ä. zugeschriebenen großen Festmahl durch (Lot 1018, 100/120.000). Zwei eindrucksvolle Apostelköpfe von Jacob Jordaens gingen erst bei 245.000 an einen englischen Sammler (Lot 1047, 100/140.000). Bei einem kleinen Kupfer-täfelchen Jan Brueghel d. Ä., welches Erzherzog Albrecht und seine Gattin Isabella mit Gefolge vor der Jagdresidenz Schloss Mariemont zeigte, konnte ein belgischer Sammler mit 160.000 den Sieg davontragen (Lot 1030, 130/150.000). Von diesem Künstler stammte auch eine weítere kleine Kupfertafel mit Diana und Aktäon. Für das früheste bisher bekannte Werk des Malers setzte ein deutscher Sammler 61.000 ein (Lot 1026, 60/80.000). Mit einer Flußlandschaft war Salomon van Ruysdael vertreten, die für 81.000 in eine russische Sammlung übernommen wurde (Lot 1046, 65/75.000). Eine Weite Flußlandschaft mit Packpferden von Josse de Momper und Jan Brueghel d.J. ging ebenso an diesen Sammler wie auch eine Landschaft mit Flora von Jan Brueghel d.J. und Pieter van Avont für 56.000 (Lot 1043, 50.000). Ein deutscher Sammler bewilligte 49.000 für das Bildnis einer jungen Frau von Jean-Baptiste Greuze (Lot 1102, 45.000), während sich ein Schweizer Bieter mit 44.000 für ein Stilleben von Willem Claesz Heda engagierte (Lot 10170, 35/45.000).
19. JAHRHUNDERT
Die Neueren Meister wurden von dem Erfolg eines Blumenstillebens von Arnoldus Bloemers dominiert. Niederländischer Handel konnte erst bei 141.000 gegen die hartnäckige Konkurrenz im Saal und an den Telefonen überwinden (Lot 1305, 35/50.000). Eine Parkansicht von Olga Wisinger-Florian mobilisierte zahlreiche österreichische Bieter, die die Leinwand von 25/30.000 bis auf 110.000 empor steigerten (Lot 1386). 1908 malte Franz von Stuck seine Tochter Mary im Kostüm einer spanischen Infantin, für die ein deutscher Sammler mit 64.000 deutlich über die Taxe ging (Lot 1363, 38/40.000). Zwei zusammen offerierte arkadische Landschaften von Johann Nepomuk Schödlberger gingen für 69.000 in eine prominente Privatsammlung (Lot 1296, 50/60.000). Eine dekorative Leinwand mit einer mondänen Dame im Ballsaal wechselte bei 59.000 in neue Hände (Lot 1364, 50.000). Otto Scholderers Rotkäppchen begeisterte nicht nur einen englischen Bieter, der 42.000 einsetzte (Lot 1344, 35.000). Von 14/16.000 bis auf 39.000 sprang eine stark bebotene Winterlandschaft von Andreas Schelfhout (Lot 1319).
ZEICHNUNGEN
Um das Highlight der Zeichnungen kämpften allein sieben Telefone. Die mit 2/3.000 bewertete Parkansicht der Villa Chigi von Jean-Achille Benouville konnte erst nach einem heftigen Bietgefecht bei 25.000 von französischem Handel übernommen werden (Lot 1255).
SKULPTUREN
Ein in Spanien in der 2. Hälfte des 13. Jh. entstandener ausdrucksstarker Corpus Christi kletterte im Laufe eines heftigen Bietgefechts von 10/12.000 bis auf 38.000, die ein Schweizer Sammler bewilligte (Lot 1139). Für eine aus dem Rheinland oder Maasland der Mitte des 14. Jh. kommende Auferstehung Christi investierte ein niederländischer Sammler 39.000 (Lot 1142, 26/28.000).
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