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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Erbstreit im Hause Thyssen um Kunstwerke und Millionen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 24. November 2009 um 06:31 Uhr

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Von Hubert Kahl, dpa

 

Madrid (dpa) - Erbstreit im Hause Thyssen: Es geht nicht nur um ein Millionenvermögen, sondern auch um die Zukunft einer der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt. In dem Familienzwist stehen sich die Witwe des vor mehr als sieben Jahren gestorbenen Kunstmäzens Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza, Carmen Cervera, und ihr Sohn Borja Thyssen gegenüber. Nach Schätzungen der Zeitung «El Mundo» geht es in dem Streit um Kunstwerke, Schmuck und Geldanlagen im Wert von über 300 Millionen Euro.   

 

Die 66-jährige Thyssen-Witwe, eine frühere «Miss Spain» und Witwe des «Tarzan»-Darstellers Lex Barker (1919-1973), hatte den Ex- Industriellen 1985 geheiratet und war dessen fünfte Ehefrau. Ihr Gegenüber in dem Erbstreit, ihr einziger Sohn Borja, entstammt einer früheren, kurzzeitigen Beziehung. Der «Baron», wie Thyssen-Bornemisza auch nach dem Verzicht auf seinen Adelstitel genannt wurde, adoptierte den Jungen und ließ zu, dass er den Namen Thyssen trug.   

 

Von seiner Frau ließ der Kunstmäzen sich dazu bewegen, einen Teil seiner immensen Sammlung von Gemälden und Skulpturen aus der Schweiz nach Madrid zu verlegen und dem spanischen Staat zu verkaufen. Unter dem Einfluss des Mäzens wurde die Ex-Schönheitskönigin zu einer anerkannten Kunstexpertin und legte sich selbst eine umfangreiche Kollektion von etwa 1000 Werken alter Meister und moderner Künstler zu. Ihrem Sohn erfüllte sie jeden Wunsch und ließ Borja «wie einen Königssohn ohne Königreich» im größten Luxus aufwachsen.   

 

Zum Bruch zwischen Mutter und Sohn kam es, als der heute 29- jährige Borja das Ex-Model Blanca Cuesta heiratete und das Paar ein Kind bekam. Cervera hatte sich der Eheschließung vehement entgegengestellt. Von dem Enkel verlangte sie nach Presseberichten mehrere ärztliche Zertifikate, aus denen hervorging, dass ihr Sohn auch wirklich der Vater war.   

 

Borja Thyssen, der bislang nie einem geregelten Beruf nachgehen musste, will von Rechtsexperten erfahren haben, dass er ein direktes Anrecht auf einen Teil des Thyssen-Erbes besitze. Bisher war er davon ausgegangen, dass er nur über seine Mutter etwas erben könnte. Nach seiner Ansicht gehören ihm unter anderem ein Gemälde von Francisco de Goya aus dem Jahr 1786 und eines von Corrado Giaquinto aus den Jahr 1750. Mit einem Notar wurde er kürzlich im Madrider Thyssen- Bornemisza-Museum vorstellig, wo die Werke ausgestellt sind, und verlangte die Herausgabe - allerdings vergeblich.   

 

Die Zeitung «El País» umschreibt den Kern des Streits so: «Der Sohn ist auf Geld aus, die Mutter will ihre Kunstsammlung zusammenhalten.» Borja soll sich nach Presseberichten verschuldet haben, seit die Mutter ihm nicht mehr so üppige Summen zukommen lässt wie früher. «Wenn der Krieg der Thyssen weitergeht und vor die Gerichte kommt, könnten Teile der Kollektion von Cervera in Gefahr geraten», schreibt die Zeitung.   

 

Die Witwe hat einen Teil ihrer Sammlung dem spanischen Staat leihweise zur Verfügung gestellt. Das Übereinkommen läuft 2011 aus. Über eine Erneuerung muss noch verhandelt werden. Die «Baronin», wie die Kunstsammlerin genannt wird, drohte erst kürzlich damit, mit ihrer Kollektion in ein anderes Land überzusiedeln, wenn sie mit Spanien keine zufriedenstellende Einigung erziele.   

 

Der Erbstreit alarmierte die spanische Kunstwelt, denn er macht die ohnehin komplizierte Lage noch heikler. Mehrere Versuche zu einer Versöhnung zwischen Mutter und Sohn scheiterten. Borja Thyssen meint, die Abneigung seiner Mutter gegenüber ihrer Schwiegertochter sei die eigentliche Ursache des Konflikts: «Wenn ich eines Tages nach Hause käme und verkündete, mich scheiden zu lassen, wäre alles ganz anders», vertraute er dem Regenbogenblatt «Hola!» an.

 

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Tags: thyssen  sohn  mutter  borja  witwe  abstrakte kunst  
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