| Aus für deutschen Lesesaal in Nordkorea |
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| Mittwoch, 25. November 2009 um 19:08 Uhr | ||
Seoul (dpa) - Knapp fünfeinhalb Jahre nach der Eröffnung schließt das Goethe-Institut einen deutschen Lesesaal im kommunistischen Nordkorea wieder. Der vertraglich vereinbarte freie Zugang zum Lesesaal in der Hauptstadt Pjöngjang werde nicht gewährleistet und es finde Zensur statt, sagte der Leiter des Goethe-Instituts in Seoul, Raimund Wördemann, am Mittwoch. «Grundsätze müssen beachtet werden.» Das Goethe-Institut werde sich jedoch weiterhin für gute Kontakte zu Nordkorea einsetzen, betonte Wördemann.
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, und der Abgeordnete Peter Gauweiler (CSU) kritisierten in Berlin die Entscheidung und forderten, diese wieder rückgängig zu machen. «Mit der Schließung endet eine wichtige Maßnahme deutscher auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik, die ein Lichtstrahl im Dunkel des totalitären und repressiven Regimes in Nordkorea gewesen ist», hieß es in einer Erklärung. Gegen alle Zensur und Kritik sei es dem Goethe-Institut sogar gelungen, deutsche Zeitungen wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», die «Süddeutsche Zeitung» oder den «Spiegel» in Pjöngjang auszulegen.
Der Lesesaal wurde am 2. Juni 2004 in Anwesenheit der damaligen Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, eröffnet. Es war die erste ausländische Kultureinrichtung dieser Art in dem weitgehend isolierten Land und galt anfangs als ein Projekt mit Signalwirkung. Limbach hatte die Initiative damals als kulturpolitischen Erfolg gewertet.
Der Schließungsbeschluss wurde Wördemann zufolge bereits im Sommer vom Präsidium des Goethe-Instituts getroffen. Daraufhin hatte das Goethe-Institut den Vertrag mit der koreanisch-deutschen Freundschaftsgesellschaft über die «Vermittlungsstelle für deutsche wissenschaftliche und technische Literatur im Goethe- Informationszentrum in Pjöngjang» gekündigt. Die Kündigungsfrist laufe im Juni 2010 ab, sagte Wördemann. «Nordkorea ist enttäuscht.» Es habe jedoch Einsicht vorgeherrscht, dass die Angelegenheit nicht weiter hinausgezögert werden sollte. Man erwarte, dass der Lesesaal schon bis Ende dieses Jahres aufgelöst werde.
Der Lesesaal, der vor allem auf naturwissenschaftliche Literatur ausgerichtet gewesen und mit 20 000 Euro pro Jahr bezuschusst worden sei, sei im Rahmen des Kulturaustausches mit Nordkorea eine Maßnahme unter anderen gewesen, sagte Wördemann. Es gebe beispielsweise noch die Zusammenarbeit im Filmbereich, bei Sprachkursen und Stipendienprogrammen.
Das Goethe-Institut als Mittler deutscher Kultur und Sprache unterhält 136 Institute und zehn Verbindungsbüros in 91 Ländern. |
























































