| Weimar sieht Image-Wandel nach Bauhaus-Jahr |
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| Donnerstag, 26. November 2009 um 06:15 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Weimar sieht sich zum Ende des Bauhausjahres vom Image der Nur-Klassiker-Stadt befreit. Endlich stehe die Stadt neben der Klassik weltweit auch für das Bauhaus, sagte Hellmut Seemann, Präsident der Klassikstiftung auf der Abschlusspressekonferenz der Veranstalter am Mittwoch. Einhellig gaben sie Beobachtungen wieder, wie oft Besucher und Journalisten erstmals Weimar und nicht Dessau als Geburtsort der Bauhausbewegung wahrgenommen hätten. Die knapp 30 Veranstaltungen und Ausstellungen hätten mehr als 220 000 Besucher angezogen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Stefan Wolf erreichte Weimar 2009 höhere Besucherzahlen als im Kulturstadtjahr 1999.
Das Bauhaus sei ein künstlerisches und zivilisatorisches Experimentierfeld gewesen, das in seiner Formen- und Ideenvielfalt noch immer Innovationen, Bewunderung und produktiven Widerspruch hervorrufe, sagte Wolf. Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität sagte: «Wir dürfen die Schließung des Bauhauses nicht akzeptieren. Kritisch und radikal müssen wir sortieren, welche Gehalte wir heute vom Bauhaus produktiv machen können.» Volkhard Knigge, Leiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, forderte «noch entschlossener und deutlicher« von Konflikten und Debatten zu reden.
Die Klassik Stiftung bewahrt die Weimarer Stücke aus der Sturm- und Drangzeit des Bauhauses, das am 1. April 1919 von Walter Gropius als Gegenentwurf zu den etablierten Kunstschulen gegründet worden war. 1925 vergrämte die rechtsgerichte Thüringer Regierung die avantgardistische Gruppe, und das Bauhaus zog nach Dessau.
Stadt Weimar und das Land wollen 2013 ein neues Bauhaus-Museum eröffnen. Anfang Dezember eröffnet zunächst das bisherige Bauhaus-Museum am Theaterplatz wieder. Die ehemaligen Bauhaus-Gebäude, heute Sitz der Bauhaus-Universität, gehören mit den Bauten in Dessau zum UNESCO-Weltkulturerbe.
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