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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Scheichtum Abu Dhabi: Erstes Richtfest auf Museumsinsel PDF Drucken E-Mail
Freitag, 27. November 2009 um 06:16 Uhr

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Von Sabine Glaubitz, dpa

 

Abu Dhabi (dpa) - Wie bei einem Brillantfeuerwerk, das sich am Himmel entzündet, fallen die weißen Lichtsplitter durch die Kuppel des zukünftigen Louvre-Abu Dhabi. Der Lichtregen ist nicht simuliert wie noch vor zwei Jahren, als der Öffentlichkeit erstmals das Architekturmodell von Jean Nouvel präsentiert wurde. Auf der gigantischen  Museumsinsel Saadiyat Island, wörtlich übersetzt Insel des Glücks, wurde ein 180 Quadratmeter großes Kuppelmodell errichtet, um die ersten Lichttests unter der glühenden Wüstensonne des Scheichtums Abu Dhabi vorzunehmen. Denn nicht die Konstruktion, eine kreisförmige Aneinanderreihung mehrerer kastenförmiger Gebäude, wird den Charakter des Museums prägen, sondern das diffuse, magische Lichtspiel unter der rund 12 000 Quadratmeter großen Rotunde.   

 

Vor rund einem Monat wurde die Brücke, die Saadiyat mit dem Festland verbindet, fertig gestellt und die ersten Journalisten in die pyramidenähnliche Bauhütte geführt, in der Stararchitekt Nouvel die Lichtintensität testet und den Einfluss der Temperatur auf die hoch komplizierte Kuppelstruktur aus mehreren Aluminium-Membranen. «Wir müssen hier mit dem stark unterschiedlichen Licht am Tag und am Abend arbeiten und den extrem hohen Temperaturen. Das stellt uns vor besondere Herausforderungen», erklärte Nouvel. Im Sommer kann in dem reichsten der arabischen Emirate die Temperatur die 50 Grad-Marke erreichen.    Die Bauhütte steht dort, wo bis 2013 der Louvre Abu Dhabi eröffnet werden soll. Nur knapp einen halben Kilometer weiter entfernt, wird das Guggenheim-Museum aus dem Sand ragen. Es wird mit rund 40 000 Quadratmeter größer als die bisherigen Guggenheim-Museen in New York, Las Vegas, Bilbao, Berlin und Venedig sein und von Stararchitekt Frank Gehry erbaut.   

 

Das Projekt Louvre Abu Dhabi wurde knapp ein Jahr nach dem Guggenheim unterschrieben, am 6. März 2007, doch wird es wohl als erstes eröffnet werden. Die Erdarbeiten für das Fundament sind abgeschlossen, und in der Bauhütte wird emsig am Lichtregen gearbeitet. In wenigen Wochen könne man mit der Umsetzung der Ergebnisse anfangen. «In drei Jahren ist das Museum fertig. In keinem anderen Land würde ich das so sicher behaupten», meinte der Baumeister, der in Paris das Institut du monde arabe (Institut für arabische Welt) mit einem ähnlichen Lichtblendensystem entworfen hat. In Abu Dhabi wird auf den Baustellen rund um die Uhr gearbeitet, vorzugsweise nachts wegen der hohen Temperaturen.   

 

Noch besteht das 27 Quadratkilometer große Eiland, auf dem vier Museen, ein Opernhaus, Hochschulen, 15 Hotels und Wohnungen entstehen sollen, aus weißem Wüstensand. An der Stelle, an der Gehry demnächst mit den Erdarbeiten für das Guggenheim-Fundament beginnen will, stehen bisher nur der Bauzaun und vereinzelt Kräne. Viel Phantasie ist nötig, um sich hier das verschachtelte Museum vorzustellen, das aus noch mehr ineinander geschobenen Quadern bestehen wird als das in Bilbao. Auch hier glaubt man an den Tag- und Nachteinsatz der Bauarbeiter aus Pakistan und Bangladesh und sieht eine Eröffnung Ende 2013 vor.   

 

Doch so lange wollen die Scheichs nicht warten. Deshalb hat vor wenigen Tagen das erste Kulturzentrum auf der Insel des Glücks sein Richtfest gefeiert, das Manarat Al Saadiyat. In dem hallenähnlichen Zentrum sollen bis zur Eröffnung der beiden Dependancen Ausstellungen zu sehen sein. Derzeit wird «Disorientation II.» gezeigt, eine bemerkenswerte Werkschau des Kurators Jack Persekian, die Skulpturen, Installationen und Fotografien 16 führender Künstler aus dem Nahen Osten zeigt.   

 

Das Thema beschäftigt sich mit den Umwälzungen am Golf, das die arabische Gesellschaft ins Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident rückt. Die Ausstellung ist bis zum 20. Februar zu sehen und ist der vielversprechende Anfang eines Kulturprogramms, mit dem in den nächsten drei Jahren in der Bevölkerung ein Bewusstsein für Kunst geschaffen werden soll.

 

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Tags: dhabi  abu  f  
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