| Erstaunliches aus Italien auf Kunstmesse «St-Art» |
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| Freitag, 27. November 2009 um 16:26 Uhr | ||
Von Petra Klingbeil, dpa
Straßburg (dpa) - Die zeitgenössische Kunstmesse «St-Art» ist immer gut für Überraschungen. In diesem Jahr sorgen italienische und spanische Werke für Eindruck. Galerien aus Bologna, Mailand und Barcelona zeigen bis zum kommenden Montag Gemälde und Objekte von Künstlern wie Matteo Massagrande oder Glaskunst von Massimo Lunardon, die dieser auf Qualität bedachten Kunstmesse einen besonderen Touch verleihen.
Irritierend-provokant kann man die weiss-rote Kaugummi-Skulptur «Frösche» von Maurizio Savini (2007) nennen, und genauere Betrachtung verdienen die kleinformatigen, dick mit Öl beschichteten Leinwandstücke von Salvatore Coccoluto. «Sie sind noch feucht und brauchen sicherlich noch über ein Jahr, um trocken zu werden», sagt der Galerist, der die einfarbigen gelben, grünen oder roten Stücke für 200 Euro anbietet.
«Das Niveau der Messe ist sehr anständig», sagt ein häufiger Messe-Besucher aus der Schweiz. «Und ich bin erstaunt, dass es interessante Objekte zu recht günstigen Preisen gibt». In der Tat hat man den Eindruck, dass die Wirtschaftskrise Gemälde-Preisen einen Dämpfer versetzt hat. 5000 Euro für ein großformatiges Frauenporträt von Thierry Evrard erscheinen nicht unmäßig. Schon für 50 Euro sind die gelben oder schwarzen Kunststoff-Erdmännchen des deutschen Künstlers Ottmar Hörl zu haben, vermutlich die preisgünstigste Kunst auf dieser St-Art-Ausgabe. Schon im vergangenen Jahr hat Hörl mit schwarzen und goldenen Möpsen bei sparsamen Kunst-Amateuren Erfolge erzielt.
Jungen Kunstsammlern bei ihren ersten Anschaffungen zu helfen gehört auch zum erklärten Konzept des künstlerischen St-Art-Leiters Patrick-Gilles Persin. «Wir haben in diesem Jahr eine außerordentliche Vielfalt der Stile zu bieten», sagt der Kunstkritiker aus Paris. «Wer sich eine Sammlung aufbauen will hat die Wahl zwischen Gemälden, Objekten, Skulpturen aus Holz, Glas oder Installationen». Auch Teenager schlendern mit lebhaftem Interesse die St-Art-Gänge entlang. «Die poppigen Bilder und die am Computer retouchierten Fotos gefallen mir sehr gut. Ich würde mir so etwas sofort an die Wand hängen, wenn ich es geschenkt bekäme», sagt die 14-jährige Schülerin Margot aus Straßburg.
Am oberen Ende der Skala steht die belgische Galerie Guy Pieters, die eine Tintenzeichnung von Picasso von 1967 für 400 000 Euro anbietet. Seit Gründung von St-Art 1997 ist der belgische Kunsthändler in Straßburg mit dabei. «Diese Messe hat eine menschliche Dimension, sie ist nicht zu groß und die Besucher werden nicht durch ein Überangebot verwirrt», sagt der Galerist Guy Dellaert. Er setzt auf kaufkräftige Kundschaft aus Deutschland oder der Schweiz. «Man weiss nie, ob man ein Gemälde verkaufen kann.» Dellaert hat auch einen kleinformatigen Christo im Angebot, den verhüllten Reichstag mit einem Stück der Verpackungsmaterials aus dem Jahr 1995 für 80 000 Euro.
Was die Zukunft anbelangt, so will Persin in den nächsten Jahren den Anteil ausländischer Galerien verstärken. «Portugal ist noch nicht vertreten, auch die skandinavischen Länder fehlen. Das möchte ich ändern.» Ausbauen möchte Persin auch den Bereich der Monumentalskulpturen. «Vielleicht schaffe ich es, im nächsten Jahr eine riesige Holzskulptur draußen vor dem Eingang aufzustellen», sagt er.
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