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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Meisterin der russischen Avantgarde in Opelvillen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 02. Oktober 2009 um 12:14 Uhr

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Rüsselsheim (dpa/lhe) - Keine Abstraktion, sondern sinnliche, farbenfrohe Malerei - die Russin Natalja Gontscharowa (1881-1962), ist in den Opelvillen Rüsselsheim als wichtige Figur der Avantgarde wiederzuentdecken. Mit Leihgaben der Tretjakow-Galerie Moskau widmet das Ausstellungshaus der Künstlerin die erste Retrospektive mit Blick auf ihr gesamtes Schaffen. Die Ausstellung «Natalja Gontscharowa - Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne» wird am kommenden Sonntag eröffnet und ist in Rüsselsheim bis zum 24. Januar 2010 zu sehen. Dann wandert sie nach Lübeck und Erfurt weiter.   

 

«Natalja Gontscharowa war zu Anfang des 20. Jahrhunderts die bedeutendste Künstlerin der russischen Avantgarde», sagte die Kuratorin der Opelvillen, Beate Kemfert, am Freitag. 1913 zeigte Gontscharowa in Moskau in einer Werkschau fast 800 Bilder, es war die bis dahin größte Ausstellung eines Künstlers in Russland. Inzwischen hat auch der internationale Kunstmarkt die Russin entdeckt: Über zehn Millionen US-Dollar bei einer New Yorker Auktion 2008 waren der höchste je gezahlte Preis für ein Bild, gemalt von einer Frau.   

 

Gontscharowa beeinflusste Avantgarde-Künstler wie Kasimir Malewitsch und Wladimir Tatlin. Doch anders als Malewitsch mit seinem «Schwarzen Quadrat» entwickelte sie keine eigene Marke, sie streifte die abstrakte Malerei nur und pflegte einen Stilpluralismus. Ihre farbenfrohen Bilder wurzeln in bäuerlichen russischen Motiven. Die Gottesmutter russischer Ikonen umgab sie mit Wanddekorationen wie in einer Bauernhütte. Doch fast zeitgleich entstanden kubistisch anmutende, selbstbewusste Frauenakte, die der Künstlerin 1910 im Zarenreich eine Anklage wegen Pornografie eintrugen.   

 

Wegen der Oktoberrevolution 1917 blieben Gontscharowa und ihr Lebensgefährte, der Maler Michail Larionow (1881-1664), in Frankreich. Gontscharowa trug mit Bühnenbildern und Kostümen zum Erfolg des Russischen Balletts von Sergej Djaghilew bei. Eindrucksvoll in der Rüsselsheimer Ausstellung sind auch die serienweise entstandenen Porträts von Spanierinnen.   

 

Ihren Nachlass vermachte Gontscharowa der Tretjakow-Galerie, die immer die wichtigste Sammlung russischer Malerei war. Doch erst lange nach ihrem Tod konnte ihr Werk in der Endphase der Sowjetunion 1989 dorthin zurückkehren. Für die Opelvillen sei die in dreijährigen Vorarbeiten entstandene Ausstellung das bislang größte Projekt, sagte die Kuratorin Kemfert.



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