| Von Tübke bis Rauch: 60 Jahre Kunst aus Leipzig |
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| Samstag, 03. Oktober 2009 um 04:56 Uhr | ||
Von Sophia-Caroline Kosel, dpa
Leipzig (dpa) - Von Werner Tübke bis Neo Rauch: Einen Blick auf die Leipziger Kunst der vergangenen 60 Jahre gewährt die Schau «60/40/20» (4. Oktober bis 10. Januar 2010) in der sächsischen Messestadt. 40 Jahre Kunstentwicklung in der DDR treffen auf 20 Jahre im wiedervereinigten Deutschland, wie das Museum der bildenden Künste Leipzig am Freitag mitteilte. Dort und in der Kunsthalle der Sparkasse sind 250 Werke von rund 90 Künstlern mehrerer Generationen zu sehen. Es gehe nicht nur um die Malerei, die als «Leipziger Schule» und «Neue Leipziger Schule» bekanntwurde, sondern auch um die Bedeutung der Grafik in der «Buchstadt» und die Rolle der Fotografie, hieß es. Auch Plastiken sind unter den Exponaten.
Die Exposition richte einen «sehr schönen Fokus» auf die deutsche Kunstgeschichte, so Kirsten Haß von der Kulturstiftung des Bundes, die zu den Finanziers des Projekts gehört. «Sie wirft eine Frage auf, die uns auf den Nägeln brennt: Wie verhält sich Kunst, wenn die geografischen und politischen Räume geschlossen sind - und wie, wenn sie sich wieder öffnen?» Eines wird schnell deutlich: Ob bei Gemälden, Grafiken, Fotografien oder Skulpturen, das Figürliche bestimmt die Kunst aus Leipzig.
«Man sieht die Kontinuitäten», sagte der Kultursoziologie- Professor Karl-Siegbert Rehberg von der TU Dresden, der die umfangreiche Exposition mitorganisiert hat. Die Malerei, für die Leipzig weltberühmt ist, nimmt in der Ausstellung einen breiten Raum ein. Empfangen wird der Besucher im Bildermuseum mit einer Wand voller Selbstporträts, darunter von Max Schwimmer (1895-1960), Werner Tübke (1929-2004), Wolfgang Mattheuer (1927-2004), Bernhard Heisig (Jahrgang 1925) und Walter Libuda (Jahrgang 1950).
Erwartungsgemäß hängen dort viele Werke des Sozialistischen Realismus, aber auch einige ältere Arbeiten im kubistischen Stil und aus Papier. Der aktuelle Star der Leipziger Szene, Neo Rauch (Jahrgang 1960), ist mit einer aktuellen Zeichnung, acht Lithographien und vier großen Ölbildern vertreten. Zugleich ist der Maler Motiv einer Fotoserie des ehemaligen Fotografie-Professors Timm Rautert. Ein eigener Raum ist der Künstlergruppe «action fotografie» gewidmet, die 1956 gegründet wurde, sich aber wegen kulturpolitischer Restriktionen schon ein Jahr später wieder auflöste.
80 Prozent der zu DDR-Zeiten im Ausland gezeigten DDR-Kunst kam aus Leipzig, heißt es in der Schau. Fast alle der Künstler haben an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) studiert und teils auch gelehrt. Ein Raum ist jenen gewidmet, die nicht dort waren, sondern zur «Gegenströmung» gehörten - und gerne verschiedene Kunstformen vermischten. Der letzte Feind der DDR-Funktionäre waren die damals beargwöhnten Performances in Leipzig, sagte Rehberg. |
























































